18.06.2020 - 16:18 Uhr
OTon

Glücklich auch ohne Hitze

17 Grad, Nieselregen, graue Wolken: Der Juni 2020 zeigte sich für die Oberpfälzer bislang ungewohnt frisch – und unterschied sich damit nicht vom vermeintlichen Wonnemonat Mai. Während Sonnenanbeter verzweifeln, ist Tobias Gräf hocherfreut.

Während in den vergangenen Jahre die Freibäder schon im Mai überfüllt waren, liefen die Heizungen dieses Jahr in der Oberpfalz noch kurz vor dem Sommeranfang Mitte Juni. Diese unerwartete Verschnaufpause von der Klimaerwärmung ist ein willkommenes Geschenk für unseren Autor.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Ich mag den Sommer. Fahrten im Cabrio, Baden im See, lange Abende im Biergarten. Doch noch mehr mag ich Herbst und Winter. Ich bin einfach der Mensch für kühlere Tage und gemäßigte Temperaturen. Wochenlange Hitzeperioden, aggressiver Sonnenschein mit Temperaturen um oder gar über 30 Grad setzen mir zu, auch optisch. Während viele meiner Bekannten schon im Mai stolz eine Körperbräune präsentieren als kämen sie gerade aus dem dreiwöchigen Karibik-Urlaub, werde ich als heller Hauttyp auch im Hochsommer kaum braun, sondern eher rot – Zwischenstufen gibt es nicht.

Heizen im Juni ungewohnt

Doch dass sich der Frühling bislang ungewöhnlich frisch präsentierte, ist auch mir aufgefallen. Während ich mir im April bereits oberkörperfrei im Liegestuhl auf der Terrasse den ersten Sonnenbrand holte – natürlich ohne dadurch braun zu werden –, ging es mit den Temperaturen im Mai steil bergab. Regen, Bewölkung und frischer Wind führten dazu, dass bei uns Zuhause selbst Mitte Juni in den Morgen- und Abendstunden die Heizungen liefen. Und das, obwohl mit dem kalendarischen Sommeranfang am 20. Juni die Tage ja bereits wieder kürzer werden. In den vergangenen Jahren waren die Freibäder schon im Mai überfüllt, die Badewiesen der Seen besetzt und Tanktops in der Innenstadt zu sehen. Die Bilder auf meinem Handy beweisen es.

Diese Auswirkungen der Klimaerwärmung kommen Sonnenanbetern und Sommerfans natürlich gerade recht. Andere fluchen wegen der unerträglichen Hitze und verlegen in den heißesten Tagen ihr Schlafzimmer in den kühleren Keller. Ich gehöre eher zu Letzteren. Der unerwartet gemäßigte Sommeranfang freute nicht nur Forst- und Landwirte, die seit Jahren über Dürre und Ernteausfälle klagen – er kam auch mir persönlich gerade recht.

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Schmuddelwetter hilft durch Coronakrise

Das Arbeiten im Büro fällt leichter, wenn beim Blick aus dem Fenster nicht Menschenmassen in den Eisdielen, sondern Regenschirme und Fleece-Jacken zu sehen sind. Vermutlich hat uns das Schmuddelwetter der vergangenen Wochen sogar leichter durch die Coronakrise geholfen. Freibäder und Biergärten waren sowieso geschlossen, Kirwan und Konzerte verboten. Der Verzicht auf die Gartenparty mit Freunden, das Arbeiten im Homeoffice und der monotone Serienabend auf der Couch war mit Regenwolken viel leichter zu ertragen. Der verspätete Sommerbeginn störte mich also nicht: Denn ohne Sonne wird zwar keiner braun – aber ich auch nicht rot.

Info:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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