21.10.2021 - 12:41 Uhr
OTon

Handy aufs Herz – Das Mobiltelefon und ich haben viel gemeinsam

Vom Siemens M35i zum Apple I-Phone SE 2020, vom Knirps mit sehr viel Energie zum Mann mit Sicherheitsmaßnahmen: Im neuen OTon erzählt Julian Trager von seiner Entwicklung – anhand seiner Handys.

Einige der alten Handys und das aktuelleste Smartphone unseres Autors (obere Reihe, zweites Display von links). Ein paar Geräte haben es nicht mit aufs Bild geschafft - sie sind längst Elektroschrott.
von Julian Trager Kontakt Profil

Letztens ist mir mein immer noch neues Smartphone runtergefallen, auf der Treppe, zwei Meter tief. Es hat überlebt,ohne Kratzer. Glück? Oder lag's an der Qualität des Herstellers? Oder vielleicht doch an mir? Handy aufs Herz, früher wäre das Ding sicher kaputt gegangen.

Mein erstes Handy bekam ich in der fünften Klasse. Siemens M35i, geiles Teil. Klein wie eine Zweierpackung Twix, robust, gefühlte ewige Akkulaufzeit. Damit konnte man zwar nur telefonieren und simsen, aber das reichte auch aus. Als Zehnjähriger war ich eh ständig draußen, auf dem Fußballplatz oder im Wald. Hatte damals wohl auch eine ewige Akkulaufzeit. Dann wieder ein Siemens-Handy, diesmal mit dem ersten Spiel drauf. Aber warum am Handy spielen? Ich hatte doch einen Gameboy Pocket. Und der steckte das Handy noch immer locker in die Pocket.

Dann wurde das Leben bunter. Sharp TM100, das Display hatte 262 144 Farben. Es war zum Aufschieben. Ja, ich wurde cooler. Richtig lässig waren die Sony-Ericsson-Teile, die Walkman-Handys. Hatte ich drei Stück davon.

Im Lauf der Zeit - man konnte es kaum glauben, ich war ja immer der Kleinste in der Klasse - bin ich dann auch gewachsen, und mit mir meine Ansprüche, also die an ein Handy. Jetzt kamen die größeren Geräte. Ich war mit dem Abi fertig, es musste ein Business-Handy her. So ein Blackberry-Verschnitt von Nokia. Ich war bereit für die Welt. Im Urlaub hab ich das Ding gleich mal verloren, ist mir aus der Hosentasche gefallen und ich habs nicht gecheckt. Egal, musste halt ein noch edleres Nokia-Volltastatur-Handy her. Ich fand's mega, aber eigentlich war es schon veraltet - fast so aus der Zeit gefallen wie der Führungsstil von Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt.

Kurz darauf mein erstes Smartphone, Moto X. Touchbildschirm, großes Display, Youtube schauen. Aber gleich im ersten Monat fiel es zu späterer Stunde zu Boden, null Plan, wie mir das passieren konnte. Das Display so zersplittert, als hätte es Rezo in die Finger bekommen. Der Youtuber macht ja alles kaputt, die CDU, die Medien, er ist ja ein "alter Zerstörer", wenn man der jungen CDU-Legende Philipp Amthor glaubt.

Nach einem kurzen Ausflug in die Samsung-Galaxy bin ich jetzt also bei Apple. Ach ja, dass das Smartphone beim Sturz letztens nicht kaputt ging, lag übrigens nicht an der Qualität des amerikanischen Herstellers, sondern an mir. Hatte das I-Phone mit Panzerglasfolie und Hülle geschützt. Das wäre mir in jüngeren Jahren nie im Traum eingefallen.

Katrin Pasieka-Zapf schreibt über ihr krankes Huhn

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Hintergrund:

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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