14.10.2021 - 17:37 Uhr
OTon

Krankes Familienmitglied

Haustiere sind wie Familienmitglieder. Die Sorge ist deshalb groß, sollten sie einmal krank werden. Eine Henne von Volontärin Katrin Pasieka-Zapf wollte nichts mehr fressen. Im OTon verrät sie, ob das Huhn wieder gesund geworden ist.

Schreckliche Wochen liegen hinter Kollegin Katrin Pasieka-Zapf. Eines ihrer Hühner wollte nichts mehr fressen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Wer Tiere hat, weiß es sowieso, und auch wissenschaftliche Studien zeigen: Haustiere tun uns Menschen gut. Sie sind treu, können zuhören und sind unsere besten Freunde. Sie gehören zur Familie. Umso schlimmer ist es, wenn sie krank werden. Schreckliche Wochen liegen hinter mir.

In unserem Garten tummelt sich seit vergangenem Jahr eine siebenköpfige Hühnerschar. Wer jetzt sagt: "Ja, aber das sind ja keine Haustiere", dem muss ich zustimmen. Dennoch sind mir die Damen sehr ans Herz gewachsen. Jedes Huhn hat einen Namen, einen eigenen Charakter. Sie zu schlachten und zu essen kommt nicht in Frage.

Als an diesem Morgen vor zwei Wochen die weiße Henne nicht wie üblich auf mich zuläuft, hatte ich nur einen Wunsch: Wie schön wäre es, mit Tieren sprechen zu können. "Was ist denn mit dir? Keinen Hunger?", frage ich. Langsam und vorsichtig tappt sie durchs Gehege. Von außen ist keine Verletzung zu erkennen. Den nächsten Tag verbringt sie liegend in einer Erdkuhle, das Futter rührt sie nicht an. Ich mache mir große Sorgen, fühle mich hilflos.

Zunächst durchforste ich das Internet. Aber das mach mich nur noch mehr verrückt – es könnte alles sein. In manchen Foren wird direkt empfohlen das Huhn zu keulen. Einen Tag später torkelt das Tier schwach durchs Gehege. Ich kann nicht länger zusehen. Ich rufe beim Kleintierzuchtverein an, beschreibe die Symptome. Für den Vorsitzenden ist sofort klar: Das ist ein Wurmbefall.

Endlich hat das Problem einen Namen. Wie verordnet mische ich das Mittel in die Tränke. Hilft nur wenig, wenn das Tier nicht von selbst trinkt. Als die Henne einen Tag später immer noch nichts zu sich nimmt, kommt Panik in mir hoch. "Friss und trink doch endlich, sonst stirbst du", flehe ich. Ich bekomme einen leisen Gackerlaut als Antwort.

Ich entscheide mich für eine Zwangsernährung. Zwei Mal täglich flöße ich ihr mit einer Einwegspritze Tränkenwasser und püriertes Futter ein. Viel Kraft um sich zu wehren, hat sie nicht. Die Tränen stehen mir in den Augen, als sie am Abend nicht mehr auf die Stange zu den anderen will. Noch zwei Tage geht es so weiter. Der Gedanke, ob sie die Nacht überleben wird, begleitet mich die ganze Zeit. Dann verbessert sich ihr Zustand. Täglich pickt sie mehr Körner, die Mehlwürmer schmecken wieder. Langsam geht es auch mir wieder besser. Alles wird gut – hoffentlich.

Redakteurin Miriam Wittich sagt dem Fußball Adieu

OTon
Hintergrund:

Oton

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.