Kein Platz mehr frei auf der Terrasse

21.07.2022 - 13:33 Uhr

Gemüse, Blumen und Kräuter hat Kollegin Lena Schulze auf ihrer Terrasse gepflanzt. Dort stehen so viele Töpfe und Tröge, dass dort fast kein Platz mehr für Menschen zum Sitzen ist, um die Idylle zu genießen.

Unabsichtlich einen kleinen Urwald hat sich Kolumnistin Lena Schule auf ihrer Terrasse gezüchtet. So viel Gemüse, Blumen und Kräuter bevölkern die 20 Quadratmeter, dass fast kein Platz mehr für Menschen zum Sitzen besteht.

Erdbeerpflänzchen in Hochbeeten, Lavendel, Gurken, Kräuter und Salat, Hortensien, Gemüse und bunt blühende insektenfreundliche Blumen, von denen ich nicht mal die Namen kenne. Das alles wächst und gedeiht (mehr oder minder) auf meiner Terrasse. Die ist etwa 20 Quadratmeter groß. In den vergangenen Jahren standen immer wieder vereinzelt Blumen und Pflanzen rum – aber heuer ist es irgendwie ausgeartet. So krass, dass sich vor lauter Gemüse, Kräuter und Blumen fast kein Platz mehr für Menschen zum Sitzen findet, um die Idylle zu genießen. Unabsichtlich hab ich einen Dschungel gezüchtet.

Wie ist es nur soweit gekommen? Ich hab nämlich eigentlich gar keinen grünen Daumen. Aber ich wollte doch etwas grünes buntes und blühendes um mich, wenn ich draußen meinen Morgenkaffee genieße. Ich habe drei Anläufe gebraucht, damit der Lavendel überwintert. Ständig ist mir der Moos-Steinbrech – eigentlich winterhart – eingegangen. Genauso die Paprika-Pflanze, Basilikum oder Rosmarin. Lange Zeit waren die Erdbeeren in den Hochbeeten und die nicht zu zerstörende Petersilie das einzige, das ich durchbrachte. Zwar hab ich mir immer wieder fachlichen Rat von meiner Tante geholt, die Gärtnerin ist, aber auch wenn ich den befolgte, taten die Pflanzen nichts dergleichen. In diesem Frühjahr hat mich der Ehrgeiz gepackt: Ich hab neue Blumenstöcke gekauft, robust und pflegeleicht, dazu Gemüsesamen. Und weil ich ja keinen grünen Daumen hab, war ich großzügig. Von allem mehr, falls etwas eingeht. Zu meiner Überraschung passierte das nicht. Es ist so ziemlich alles was geworden. Jetzt steh ich da zwischen den vier Töpfen mit Paprika, zwei Trögen mit Kartoffeln, drei Tomaten-Sträuchern und der Salatgurke. Mit den Blumen und Kräutern bilden sie meinen Urwald. In meinem 20-Quadratmeter-Dschungel hat neben meiner Liege kaum ein Stuhl mehr Platz.

Witziger Fun-Fact am Rande: Ich hab so eifrig gepflanzt, dass ich dabei den Überblick verloren hab, was in welchen Töpfen wächst. Mit Nachbarn und Bekannten rätsle ich, was aus drei Samen gewachsen ist, die eigentlich kleine Einlege-Gurken werden sollten. Die Mutmaßungen reichen von Zucchini oder Melone bis hin zu Raps oder Salvia. Sicher sind wir uns alle nicht. Und in einem Topf pflanzte ich eine Zwiebel ein, aus der ein lila Zierlauch entstehen sollte. Was ich monatelang gegossen und hochgezogen habe, stellte sich als Brennnessel heraus. Tja, soviel zu meinen grünen Daumen!

Selbst die kleinste wilde Nische im Garten ist Gold wert für heimische Vögel, Insekten und Co.

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Tirschenreuth05.07.2022
Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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