06.08.2020 - 13:35 Uhr
OTon

Mein kleiner großer Bruder

Susanne Forster hat einen jüngeren Bruder. Was die Beziehung der beiden ausmacht und welches gemeinsame Hobby sie verbindet, beschreibt sie im neuen OTon.

Ein Foto von der gemeinsamen Wien-Reise mit meinem Bruder. Hier ist eines der Museen zu sehen, die sich am Maria-Theresien-Platz in Wien befinden. Dort gibt es das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Ein Buch aus meiner Kindheit steht immer noch in meinem Bücherregal. Es ist ein besonderes Exemplar, denn es hat zwei unterschiedliche Titelseiten. Dreht man es um und stellt es auf den Kopf, kann man quasi wieder eine neue Geschichte zu lesen beginnen. Jede der beiden Texte im Buch handelt vom selben Thema: Geschwister.

Einmal hat die Mama die Schwester lieber, einmal den Bruder. Das Buch habe ich als kleines Mädchen geschenkt bekommen. Ich habe gerne darin gelesen. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Dass man spätestens in seinen Zwanzigern dankbar dafür ist, Geschwister zu haben, steht zwar gewiss nicht in dem Buch. Doch heute weiß ich, dass es so ist.

Mein jüngerer Bruder und ich sind letzten Sommer ein paar Tage zusammen weggefahren. Und weil wir beide leidenschaftlich gerne fotografieren, waren unsere Kameras bei der gemeinsamen Reise unsere ständigen Begleiter.

Und wenn mein Bruder nicht wäre, würde ich wahrscheinlich immer noch mit dem Automatik-Modus meiner Spiegelreflex fotografieren. Als wir durch Wien spazierten, hat er mir erklärt, was es mit Blende, Iso-Werten und Co. auf sich hat. Das Ergebnis waren zig Fotos von immer gleichen Motiven – nur unterschiedlich belichtet.

Einer der Dinge, die ich ziemlich cool an Geschwistern finde. Jeder kann voneinander lernen. Manche Sachen werde ich mir zwar nie von meinem Bruder beibringen lassen. Zum Beispiel wie man selbst eine defekte Sitzheizung im Auto austauschen kann oder wir man einen Gartenteich selbst anlegt. Doch wenn es um Fotografie, Computer oder Architektur geht, greife ich gerne auf den guten Rat meines Bruders zurück. Und im Gegenzug kann ich zum Beispiel mit Tipps rund ums Studieren behilflich sein.

Und auch wenn jeder irgendwie seinen eigenen Weg geht. Die Zeit, die wir gemeinsam verbringen, bedeuten für mich jedes Mal tolle Erlebnisse und gute Gespräche. Und die sprichwörtlichen Begegnungen auf Augenhöhe zählen meiner Meinung nach zu den Dingen, die echten Zusammenhalt zwischen Geschwistern ausmachen. Auch wenn uns beide ganz real etwa 15 Zentimeter Körpergröße unterscheiden.

Der OTon der vergangenen Woche

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OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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