Früher, zu Schulzeiten, konnte ich sie kaum erwarten: die warmen Sommertage, an denen man seine Zeit von früh bis spät abends draußen verbringt. Aber während sich andere schon im März nach 30 Grad sehnen, hoffe ich mittlerweile insgeheim auf einen freundlichen Mix aus 22 Grad, ein paar Wolken und einer leichten Brise. Das darf man allerdings kaum sagen. Wer den Sommer nicht liebt, gilt schnell als Spaßbremse.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mag lange Abende, Erdbeeren und Eis – wobei ich Letzteres auch im Winter in rauen Mengen verspeisen kann. Aber irgendwann kippt die Sache. Nämlich dann, wenn sich die Wohnung schon morgens anfühlt wie ein Backofen und man sich nach dem Duschen direkt wieder unters Wasser stellen möchte. Alles über 25 Grad ist eine Zumutung. Im Herbst und Winter lässt sich da wenigstens noch viel über die Kleidung regeln. Der Zwiebellook ist hier das Stichwort. Im Sommer ist da irgendwann Schluss. Also bleibt nur schwitzen und hoffen, dass niemand merkt, wie sehr.
Wenn andere an den See fahren, sich im Garten sonnen und die neueste ausgefallene Marinade für Grillfleisch ausprobieren, befinde ich mich in einem abgedunkeltem Raum, mit mehreren Wärmflaschen bedeckt, in einem Zustand maximaler Trägheit. Wärmflaschen, fragen Sie sich jetzt. Als Sommer-Muffel bin ich stets auf der Suche nach der besten Möglichkeit, für Abkühlung zu sorgen. Meine aktuelle Lieblingsmethode: die Wärmflasche aus der Gefriertruhe. Dank Stoffüberzug gibt’s keinen Gefrierbrand, und ich kann sie, im Gegensatz zur Klimaanlage, mit mir herumtragen.
Vielleicht wäre es an der Zeit, den Sommerschlaf einzuführen. Der Igel verschläft den Winter – ich wäre nicht böse drum, den Juli und August zu verpassen. An den meisten Tagen hänge ich ohnehin herum wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Im Mai könnte man sich ohne schlechtes Gewissen ein paar Kilo zulegen. Wer Sommerschlaf hält, braucht schließlich Reserven, und nach zwei Monaten sollte sich dann auch jegliche Art von Schlafmangel erledigt haben. Nur wird das wohl nichts werden. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Tage zu warten, an denen ich meine Wärmflasche wieder für ihren eigentlichen Zweck benutzen kann.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

















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