Die richtigen Fragen

13.07.2022 - 11:34 Uhr

Normalerweise versucht ein Journalist, Fragen zu beantworten. Doch manchmal ist die richtige Frage mehr wert als die beste Antwort, findet Redakteur Julian Seiferth – und macht den Versuch.

Fragen über Fragen über Fragen.

Jeder Text, den ich in den vergangenen Jahren geschrieben habe, hatte irgendwo dasselbe Ziel: Antworten zu liefern. Fragen waren dazu da, beantwortet zu werden. Diese nicht. Oder doch?

Wie geht's mir? Hab ich genug gegessen? Kommen die Kopfschmerzen von der Dehydrierung oder ist das was schlimmes? Habe ich Freunde, und wenn ja: echte? Was ist Liebe? Hab ich jemals wirklich geliebt? Wurde ich jemals wirklich geliebt? Warum vergeht die Zeit als Erwachsener schneller als als Kind? Wie schlimm ist es, dass ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube? Ist Religion etwas wundervolles oder Selbstbetrug? Was, wenn es einen Gott gibt? Und was, wenn der weder gut noch böse, sondern einfach nicht interessiert ist? Weiß man kurz vor dem Tod, dass man stirbt? Wie fühlt sich der Tod an – und wie das Leben? Was kommt danach? Was werde ich am Ende bereuen? Warum sind Ampeln immer rot, wenn man es eilig hat? Wenn ich morgen sterbe: Was will ich heute noch tun? Warum laufen wir sehenden Auges in eine Klimakatastrophe? Weiden oder Bayreuth? Warum stelle ich mich immer an der langsamen Schlange an? Leben wir in einer Simulation? Wenn ja: Wer kontrolliert die – Gott, ein gelangweilter 12-Jähriger, eine mutierte Ameise? Game of Thrones oder Succession? Warum ist die Zugverbindung zwischen Amberg und Weiden so erbärmlich? Werden wir die Vernichtung der Demokratie in den USA erleben – und was kommt danach? Warum hat Donald Trump so eine lächerliche Frisur? Warum ist Glück so ungleich verteilt? Was ist Angst und ist sie wirklich ein schlechter Ratgeber? Ist Kapitalismus gerecht? Ist irgendwas wirklich gerecht? Warum nennen Parsberger ihre Stadt Baschberg? Muse oder Twenty One Pilots? Ingolstadt – warum? Wenn du in der Zeit zurückgehen könntest: wohin und um was zu tun? Werd ich dir je vergessen, dass du mir Inception gezeigt hast? Warum sind die Dinge, wie sie sind? Liest du noch mit? Werde ich in fünf Jahren eine Glatze haben – und wenn ja, womit hab ich das verdient? Warum hat das mit uns eigentlich nie geklappt? Mama- oder Papa-Kind? Beantworte ich mir das alles nur nicht, weil mir die Antworten Angst machen? Warum ist alles, was gut tut, ungesund? Amberg oder Berlin?

Miriam Wittich über ein Lebensgefühl

OTon07.07.2022
Hintergrund:

OTon

    Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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