26.09.2018 - 19:46 Uhr
OTon

Was Tinder und der Wahlkampf gemeinsam haben

Gesichter, überall Gesichter. Sie starren herüber, wenn ich morgens aus der Einfahrt biege, grinsen mich an auf dem Weg zum Einkaufen und beobachten mich mit begehrlichen Blicken, wenn ich abends durch die Stadt spaziere: Wahlplakate.

Symbolbild: Sven Hoppe/dpa
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Was haben sie für einen Sinn? Erhoffen sich die Wahlstrategen ernsthaft, dass ein Lächeln aus zusammengepressten Zähnen, eine schlecht geschminkte Visage und ein aussageloser Slogan meine Wahlentscheidung positiv beeinflussen?

Moment: Ein gezwungen lächendles Gesicht und ein Spruch drunter, der selbstbewusst und gleichzeitig ansprechend klingen soll? Das erinnert sehr an die Dating-Plattform Tinder. Wisch, wisch, nein, nein, nein, ja, nein, wisch. Weitere Gemeinsamkeiten: Die Leute sehen in Wirklichkeit ganz anders aus und so toll, wie sie schreiben, sind sie dann doch nicht. Die Nachteile bei den Landtagswahlen: Hier kann man die Plakate nicht einfach so wegwischen. Und einmal gewählt, bleiben viele Kandidaten nicht nur eine Nacht, sondern lange fünf Jahre.

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