22.04.2021 - 15:00 Uhr
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Trendsport Hula-Hoop: Alle Hoop

Hula-Hoop entwickelte sich im letzten Jahr zur absoluten Trendsportart. Obwohl Kolumnistin Lena Schulze nicht jeden Trend mitmacht, kam sie am "hulern" nicht vorbei.

HulaHoop entwickelte sich im letzten Jahr zur absoluten Trendsportart. Obwohl Kolumnistin Lena Schulze nicht jeden Trend mitmacht, kam sie an dem "hulern" nicht vorbei.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Eigentlich wollte ich das gar nicht, aber irgendwie bin ich da so reingerutscht. Gemeint ist die Trendsportart Hula-Hoop. Ich bin echt keine, die auf jeden Hype abfährt. Ein Reifen mit Massagenoppen, der meine Fettpölsterchen an Bauch, Hüfte und Taille im Nu schrumpfen lässt? Ein Trainingsgerät, mit dem man mit Spaß abnehmen soll? Schwing dich zum Traumgewicht! Naja, denke ich mir. Ob das wirklich so ist? Alle Welt dreht am Rad, was diesem Reifen angeht. Die Leute machen es im Wohnzimmer vorm Fernseher, im Garten, auf dem Balkon, dort wo eben ein bisschen Platz ist.

Dieser Sport-Hula-Hoop-Reifen trainiert angeblich meine Bauch- und Rückenmuskulatur, regt durch die Massagenoppen am Reifen auch die Verdauung an. Dass es für irgendwas gut ist müssen sie ja auf die Verpackung schreiben. Ich bin mehr als skeptisch. Aber total angefixt, als ich das Teil bei einer Freundin sehe. Sie schwingt den Reifen ganz mühelos um ihre Hüften, dabei bewegt sie sich kaum. "Probier mal, ist ganz einfach", sagt sie zu mir. Ich erinnere mich zurück an die Kindergarten- und Grundschulzeit. Alle konnten „hulern“, nur ich nicht. Der Reifen wollte nicht oben bleiben. So ist das auch 20 Jahre später. Sieht bestimmt sehr ungelenkt aus, was ich da mache. "Aber das muss doch gehen", schimpfe ich, als ich mit dem geborgten Trainingsgerät im Wohnzimmer stehe und das doofe Teil einfach nicht oben bleiben will. Ich versuche es wieder und wieder. Und komme dabei mächtig ins Schwitzen. Ich merke: Es sieht spielerisch aus, ist aber ziemlich fordernd.

Irgendwann blieb der Hula-Hoop oben und ich hatte den Dreh raus. Erst drei Minuten, dann fünf Minuten am Stück. Dabei musste mich auf die Bewegung konzentrieren. Aber nach ein paar Wochen Übung ging's ganz nebenbei. Ich hab mir angewöhnt jeden Tag nach dem Aufstehen zehn Minuten zu „hulern“ und meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Bis jetzt habe ich noch nicht die Lust dran verloren.

Ob ich jetzt Bauchumfang und Gewicht verloren habe, meine Taille schlanker wurde, meine Muskeln gestärkt sind, und sich meine Kondition verbessert hat? Ein bisschen vielleicht. Meine Hose sitzt nach fünf Monaten Hula-Hoop-Training minimal lockerer, und irgendwie wurden die Rückenverspannungen nach einem langen Tag vorm Computer weniger. Eine Wunderwaffe zum Abnehmen ist das Gerät nicht. Das Ding ist ja auch nur ein Reifen. Aber Spaß macht's. Und wenn das so ist und es nur ein bisschen was hilft, ist ja auch schon was gewonnen.

Laufen macht glücklich, schreit Miriam Wittich in ihrer Kolumne

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Hintergrund:

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In der Kolumne „OTon“ schreiben junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien über das, was ihnen im Alltag begegnet. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie sie die jungen Leute tagtäglich für die Leser aufbereiten, sondern um ganz persönliche Geschichten und Meinungen

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