27.10.2022 - 09:11 Uhr

Umleitungen sind ihr Hobby

Nicht nur beruflich muss sich Redakteurin Katrin Pasieka-Zapf mit den Baustellen auf unseren Straßen befassen. Auch privat stellt sich die Frage: Welcher Schleichweg ist der beste und hat das Fahren von Umleitungen auch etwas Positives?

Auf dem Arbeitsweg von Katrin Pasieka-Zapf gibt es derzeit zwei Baustellen – und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Symbolbild: Marc Tirl/dpa
Auf dem Arbeitsweg von Katrin Pasieka-Zapf gibt es derzeit zwei Baustellen – und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Seit inzwischen über einem Monat stelle ich mir an mindestens fünf Tagen in der Woche die Frage: Wie fahre ich heute von Kemnath aus in die Redaktion nach Tirschenreuth? Dabei ist das wie eigentlich klar: mit dem Auto. Aber auf welcher Straße, beziehungsweise über welche Strecke? Inzwischen ist die Suche nach der kürzesten, der schnellsten oder der Strecke, die meine Nerven am wenigsten strapaziert, zu meinem neuen Hobby geworden. Begonnen hat alles am 20. September mit der Sperrung der Bundesstraße 299 bei Krummennaab – geplante Wiedereröffnung: Anfang November. Macht ja nichts. Dann fahre ich eben über Windischeschenbach und Pilmersreuth an der Straße nach Tirschenreuth. Für mehr Abwechslung und – weil es sich schneller anfühlt – nutze ich für den Heimweg die Autobahn 93 von Falkenberg nach Windischeschenbach.

Nur wenige Tage später sorgte eine Pressemitteilung vom Staatlichen Bauamt in Amberg-Sulzbach für betrübte Stimmung. Ab dem 4. Oktober soll die B22 zwischen Schönreuth bis Guttenberg gesperrt werden – oh nein! Noch eine Umleitung? Das Spiel beginnt vorn vorne: Ich probiere die offizielle Umfahrung über Zinst, Trevesen und Grötschenreuth aus – ganz ehrlich? Die Strecke zieht sich wie Kaugummi. Die Alternative: Bis vergangenen Montag fuhr ich über Köglitz und Guttenberg bis zur Bundesstraße. Da inzwischen die Arbeiten an der Brücke bei Erbendorf in vollem Gange sind, fahre ich nun "hintenrum" über Atzmannsberg und den Hessenreuther Wald.

Und genau dort wurde ich vergangene Woche mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Wow. Gold, gelb und rot leuchten die Blätter der Bäume. Diesen atemberaubenden Blick auf den Rauhen Kulm hätte ich wohl nie gesehen, wenn es diese Baustellen nicht gäbe. An einem anderen Morgen begeistert mich der Blick vom Hessenreuther Berg nach Erbendorf. Eine dicke Nebeldecke liegt über der Stadt. Nur die Kirchturmspitze lugt heraus – einfach nur wunderschön unsere Heimat. Auch entdecke ich während der Fahrt viele neue Spots und Motive, an die ich irgendwann mit meiner Kamera zurückkehren möchte. Und ich stelle fest: Umleitungen und Schleichwege benutzen hat noch einen weiteren Vorteil: Man lernt seine Heimat viel besser kennen – fährt durch Orte, die man bisher nur von Google Maps kannte. Zum Schluss noch ein weiterer Pluspunkt: Pro Fahrt schaffe ich jetzt eine lange oder viele kurze Podcast-Folgen.

Auerbach20.10.2022
Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

 
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