30.09.2021 - 13:43 Uhr
OTon

Veränderungen selbst in die Hand nehmen

Kollegin Lucia Brunner regt es auf, wenn sie in der Natur oder auf Gehwegen Müll entdeckt. Eine banale Lebensweisheit auf Instagram half ihr, selbst den ersten Schritt in Richtung Veränderung zu gehen.

Dass Menschen achtlos Müll in die Natur oder auf die Straße schmeißen, ärgert Kollegin Lucia Brunner. Um etwas an der Situation zu ändern, wird sie selbst aktiv. Dabei half eine kleine banale Lebendweisheit aus den sozialen Medien.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

"Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen", lese ich auf Instagram während mir mein Morgenkaffee die Kehle hinunter rinnt. Inzwischen gehört es zu meiner Aufwachroutine in den sozialen Medien nach Neuigkeiten zu gucken. Zwischen Urlaubsbildern von Freunden und Corona-Nachrichten der Tagesschau ploppen dabei immer wieder banale Lebensweisheiten auf. Dabei scrolle ich Bilder mit Sprüchen eigentlich weg. Aber diese Worte bleiben mir komischerweise im Kopf hängen und ich überlege, wie ich das selbst in meinem Leben umsetzen könnte.

Mittags fällt mir eine Möglichkeit bei einem Spaziergang ein. Mich regt es auf, wenn ich an belebten Fuß- oder Radwegen beziehungsweise an Hauptstraßen entlang, achtlos weggeworfenen Müll in der Natur entdecke. "Warum macht man so etwas?", frage ich mich dann. Schließlich schmeiße ich meinen Abfall auch nicht einfach in irgendeinen Garten oder auf die Straße, denke ich mir. Im hohen Gras entdecke ich schmutzige Mund-Nase-Masken, weggeworfene Zigarettenschachteln, zerbrochene Bierflaschen oder Plastikverpackungen.

Ich komme ins grübeln: In der Regel ärgere ich mich beim spazieren und gehe an dem Müll einfach vorbei. Doch was passiert? Letztlich liegt am nächsten Tag das Zeug noch immer an gleicher Stelle oder wurde durch den Wind verweht. Mein Ärger allein löst also nicht das Problem. Es verändert nichts. Mir fällt die Binsenweisheit vom Morgen ein. Schließlich werde ich selbst aktiv und beginne den herumliegenden Abfall einzusammeln. Nach und nach kommen alte Gummibärchen-Packungen, ein alter Kaffee-To-Go-Becher, eine ausgemusterte FFP2-Maske und eine Plastikfolie zusammen.

Schnell merke ich, dass zwei Hände kaum ausreichen. Ich schaue nach dem nächsten Abfalleimer. Vergebens suche ich an einer Bushaltestelle oder Ruhebänken, aber nichts. Bei meiner Sammelaktion komme ich an meine Grenzen und muss einiges liegen lassen. Argwöhnisch betrachten mich andere Fußgänger dabei, wie ich etwas verzweifelt mit dem Müll herumlaufe. Erst einen Kilometer weiter bei einem Spielplatz, werde ich alles los. "Warum gibt es nicht mehr Mülleimer?", frage ich mich. Bei meinem Rückweg nach Hause fällt mir auf, wie viele Sachen noch im Gras oder auch an Abflüssen liegen. Das nächste Mal nehme ich mir eine Tasche mit. Die Welt habe ich mit meiner kleinen Aktion sicher nicht verändert, aber ich habe es geschafft, selber etwas an mir zu ändern.

In seinem OTon stellt sich Kollege Tobias Gräf einer kulinarischen Mutprobe

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Hintergrund:

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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