27.08.2020 - 09:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Endlich Blutspenderin

Das erste Mal Blutspenden lief nicht wie geplant. Statt einem halben Liter durfte Redakteurin Elisabeth Saller nur fünf Röhrchen Probe zur Untersuchung abgeben. Es kam raus: alles in Ordnung. Nun will sie die Sache richtig angehen.

Ein Piks, dann laufen 500 Milliliter Blut in einen Beutel.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Wie nervös war ich vor meiner ersten Blutspende - ganz umsonst. Leider durfte ich im Mai nur fünf Röhrchen Probe abgeben. Die wurden untersucht: Alles in Ordnung. Nun wollte ich das Blutspenden richtig hinter mich bringen.

Also früh aufstehen, damit die Schlange vor den Abzapfsäulen nicht wieder so lang ist. Doch weit gefehlt, nur eine Frau wartet vor mir. Bei angekündigten 35 Grad haben wohl nicht so viele Leute Lust darauf, ihren Körper noch zusätzlich zu strapazieren. Ich muss wieder einen ellenlangen Fragebogen zu Vorerkrankungen und Auslandsaufenthalten ausfüllen, lasse mir Blutdruck und Temperatur messen und ins Ohr piksen, um den Eisenwert zu bestimmen. Ein Arzt prüft die Unterlagen und fragt: "Haben Sie heute schon 1,5 Liter getrunken?" - "Nein." Es ist Samstag, 10 Uhr. Wie soll ich um diese Uhrzeit schon so viel geschafft haben, frage ich mich. "Aber einen Liter?" Der Arzt ist hartnäckig. "Ja", antworte ich. Aber das ist geflunkert. Ich habe nur zwei Tassen Kaffee und ein Glas Wasser getrunken. Doch ich will nicht umkehren. Der Mediziner schickt mich weiter.

Im Raum nebenan stehen sechs Liegen, ich setze mich auf eine. Eine Schwester sucht in meiner linken Armbeuge die passende Ader. Ich biete ihr auch die rechte an. "Keine Sorge, ich steche nicht ins Blaue." Ein Pieks, schon läuft's. Die Schwester weiß, dass ich Erstspenderin bin, lenkt mich ab, erzählt von ihrer Arbeit. Nach etwa sieben Minuten ist ein halber Liter im Beutel. Ich ruhe mich noch ein bisschen aus, bevor ich gehe. Blutspenden war gar nicht schlimm, mir geht's prima.

Zu Fuß laufe ich nach Hause. Das Treppensteigen in den fünften Stock ist so anstrengend wie nie. Zweimal muss ich pausieren und mich in der Wohnung sofort hinsetzen. Ich trinke ein Glas Saft - und schaue auf meinen Arm. Hätte die Schwester doch ins Blaue gestochen. Ein Bluterguss bedeckt die ganze Armbeuge. Und erinnert mich noch Tage später an die gute Tat - die ich gerne wiederholen will.

So lief der erste Versuch der Blutspende

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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