Ich bin katholisch erzogen worden, getauft, gefirmt. Mit der Institution Kirche kann ich heute aber nur mehr wenig anfangen. Zwar schaue ich mir die Gotteshäuser wegen ihrer besonderen Architektur gerne an. Ich gehe auch zu Hochzeiten und Beerdigungen. Aber höre mir am Sonntag keine Predigt eines Pfarrers an und gehe nicht beichten.
Dabei fing meine Beziehung zum christlichen Gott bereits im Kindergarten an, zum Beispiel mit dem Lernen des "Vater unser". Es ist eines der wenigen Gebete, die ich bis heute auswendig kann. In der Schule ging es weiter: Im Religionsunterricht besprachen wir die Evangelien oder Gleichnisse aus der Bibel. Sogar moralische Themen wie Sterbehilfe standen im Mittelpunkt. Ich bin auch bis heute nicht aus der Kirche ausgetreten.
Also was ist in meiner Beziehung zu Gott schiefgelaufen? In meiner Jugend habe ich begonnen zu hinterfragen, ob eine Jungfrau tatsächlich von einem Engel schwanger werden könnte. Ich habe darüber nachgedacht, ob Noah wirklich von jedem Tier ein Männchen und ein Weibchen auf seine Arche brachte. Hat Jesus gelebt oder war er nur ein Mythos? Warum glauben wir an einen barmherzigen Gott, der Krankheiten, Kriege und andere Katastrophen passieren lässt? Vieles erscheint mir widersprüchlich, gar unwahrscheinlich - und doch glauben viele Menschen daran.
Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein gläubiger Mensch. Ich glaube, dass es etwas Größeres als uns Menschen gibt. Etwas, dass wir nicht unter Kontrolle haben und vielleicht nie verstehen werden. Ich glaube wir Menschen sind klein im Gegensatz zu der Größe unseres Universums. Ob das aber der christliche Gott ist, da bin ich mir einfach unsicher. Da ich aber niemanden anderen kenne, bete ich ab und zu trotzdem zu ihm. Ich bin dankbar für meine Familie, Freunde, Gesundheit und alles weitere, was ich in meinem Leben habe. Und bitte darum, dass weiterhin alles gut bleibt.













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