30.06.2019 - 14:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Mein Soundtrack: Lektionen, die die Musik lehrt

In "Mein Soundtrack" schreiben Musikbegeisterte über Lieder, die ihnen wichtig sind. Wolfgang Würth stellt klar, weshalb es mit seiner Karriere nichts wurde (Kurt ist schuld) und gibt Lektionen zum Besten, die einst die Musik ihn lehrte.

Zum Feiern gerne Techno, sonst hört Wolfgang Würth aber auch andere Musik
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Musik ist schön, außer wenn ich sie mache. Nach etwas Akkordeonunterricht hatten's meine Eltern eingesehen. Ich nicht, ich plante ernsthaft ein Comeback. Ich war 13, Nirvana hatte gerade "Nevermind" veröffentlicht und ich wollte nur noch tun, was Kurt tat: Gitarre spielen, Haare wachsen lassen. Doch gerade als die lange genug waren, um sie in den Mund zu nehmen, steckte sich mein Idol eine Flinte in den selbigen.Lektion: Weil jemand gute Musik macht, ist er noch lange kein Vorbild.

Bald hatte ohnehin der Reggae bei mir den Grunge abgelöst - einer geschenkten Bob-Marley-CD sei Dank. Ich fand alles gut, wenn es nur Dreadlocks hatte und aus Jamaika kam. Doch mein liebster Reggae-Artist kommt bis heute aus Münster. Dabei begann meine Beziehung zu Dr. Ringding mit einem Schock in Wunsiedel. Ich wusste nur, dass dort Reggae laufen sollte, doch kein entspannter Rasta betrat die Bühne, sondern ein übergewichtiger Skinhead. Ich dachte wirklich ans Heimfahren, bis er mit seinen "Senior Allstars" loslegte ....Lektion: Vergiss den ersten Eindruck.

Dass ich Ihnen hier als Journalist solch schlaue Lektionen erteile, haben Sie "Element of Crime" mitzuverdanken. Mir gefiel deren Musik, begeistert haben mich aber Sven Regeners Texte. Und sie ließen mich über die Macht der Sprache nachdenken. Wieso treibt es mir manchmal Tränen in die Augen, wenn er über Gefühlszeug singt? Und wieso lässt es mich kalt, wenn Xavier Naidoo es tut? Lektion: Es lohnt sich, nach guten Worten zu suchen. (Oder gut zu klauen: Ich habe viel bei Regener kopiert, um meine Frau zu überzeugen. Und sie ist darauf hereingefallen.)

Danach kam Techno, den ich zuvor gar nicht mochte. Weshalb er doch noch meine liebste Feiermusik wurde, kann ich unter anderem aus Platzgründen hier nicht schreiben. Ich empfehle die Mix-CD "Sturm und Drang" von DJ Rok als Erklärung (laut hören). Lektion: Alles können Worte auch nicht leisten.

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