12.12.2019 - 19:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Weihnachtszeit im Katzenchaos

Zwei junge Katzen erfüllen die Wohnung mit Leben. In ihrer O-Ton-Kolumne berichtet Kollegin Lucia Seebauer wie ihre Stubentiger die Vorweihnachtszeit auf den Kopf stellen.

Plätzchenbacken vor Weihnachten: Mit jungen Katzen kann das schnell zum Abenteuer werden.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Im August war es endlich soweit: Zwei agile Jungkatzen zogen in unsere Wohnung ein. Für die beiden Schmusetiger haben mein Freund und ich so viel Freiraum geschaffen wie es nur geht: Regale abgeräumt, Deko verschwinden lassen und genügend Möglichkeiten zum Klettern gestaltet. Jetzt im Dezember haben wir ein Problem. Im Keller lagert kistenweise Weihnachtsschmuck mit zerbrechlichen Glaskugeln, Weihnachtsmännern aus Porzellan oder langen Lichterketten. In meinem Kopf fliegen schon die Kugeln durch die Wohnung und die Katzen räkeln sich in einem Knäuel aus Lichterketten. Also bleiben die Sachen im Keller. Einen Weihnachtsbaum wird es nicht geben. Die einzige Deko: ein Adventskranz mit vier LED-Lichtern in einer Sternenschale.

Vom Schrank aus lässt sich alles beobachten.

Wir wollten uns aber zumindest das Plätzchenbacken nicht nehmen lassen. Wir packen Mehl, Zucker und Butter aus, stellen die Schüsseln auf den Tisch. Es dauert nur wenige Sekunden, schon hat eines der beiden Raubtiere den süßen Braten gerochen, sitzt neben der Schüssel — und schnuppert mit der Nase an den Zutaten. Ich packe alles weg, die Katze springt hinterher und schnurrt. Ich schaffe es nur unter Protest, sie wieder zu verscheuchen. Doch als die eine Mieze verschwindet, kommt ihre Schwester zum Vorschein und steuert geradewegs auf das Mehl zu.

„Nein“, sage ich auch zu ihr, werfe sie vom Küchentresen. Endlich beginnen wir, die Zutaten zu vermengen. Plötzlich höre ich ein Schnurren über mir. Zwei Augen schauen mich vom oberen Küchenschrank an. „Big sister is watching you“, denke ich mir und mache weiter. Sehnlichst hoffe ich, dass die Katze nicht in den Teig hüpft. Das Backen dauert gefühlt doppelt so lange wie sonst, aber mein Sehnen wird erhört. Am Ende landen die Plätzchen in einer fest verschlossenen Dose. Machen wir sie allerdings auf, spitzen unseren beiden tierischen Mitbewohner schon die Ohren. Wir müssen wohl auch die restliche Adventszeit auf der Hut vor den beiden bleiben.

Info:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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