ONETZ: Herr Stich, mit 60 darf man schon einmal zurückblicken. Was war Ihr wichtigstes Projekt als Flosser Bürgermeister?
Günter Stich : Die erste Periode war gekennzeichnet von einer schwierigen Finanzlage. In diese Zeit fiel die Ertüchtigung der Kläranlage. In der zweiten Periode folgte die Modernisierung der beiden Kindergärten. Ein Meilenstein war die interkommunale Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Flossenbürg. Eine hervorragende Entscheidung war die Gründung des Kommunalbetriebs mit der Auslagerung der Trinkwasserversorgung und der Kanalisation. Nicht viele Gemeinden können einen Solarpark ihr Eigen nennen.
ONETZ: Stichwort Solarpark. Die kommunale Energiewende liegt Ihnen ja besonders am Herzen.
Günter Stich: Ja, so ist es. Deshalb haben wir auch die Zukunfts Energie Nordoberpfalz GmbH, kurz Zeno, gegründet. Diese interkommunale Gemeinschaft möchte vor allem die regionale Energiewende und den Verbleib der Wertschöpfung in der Region fördern. Gesellschafter sind neben den Stadtwerken Weiden der Kommunalbetrieb Floß, der Markt Eslarn, der Kommunalservice Flossenbürg, der Markt Leuchtenberg, die Gemeinde Störnstein, der Markt Tännesberg sowie die Gemeinden Püchersreuth und Krummennaab. Derzeit betreibt die Zeno GmbH die Solarparks in Tännesberg und in Hütten. Gemeinsam erzeugen sie so viel Strom, dass 4600 Haushalte versorgt werden können. Insgesamt werden jährlich 14 460 Tonnen Kohlendioxid eingespart.
ONETZ: Zurück zu Floß. Es fehlt noch Ihre dritte Amtszeit. Was kommt noch?
Günter Stich: Ganz wichtig ist die Sicherung des Schulstandorts. Nach der neuen Turnhalle und Aula folgt 2019 für fünf Millionen Euro die Generalsanierung des aus dem Jahr 1954 stammenden Schulgebäudes. In dem Zusammenhang bin ich auch dankbar für die jährlich knapp 30 Geburten im Markt. Ein weiteres Großprojekt ist das neue Feuerwehrhaus. Es entsteht beim Sportplatz und kostet 2,2 Millionen Euro. Wichtig ist auch das neue Baugebiet „Im Wiesengrund“ mit 27 Parzellen.
ONETZ: Gibt es ein Vorhaben, das Sie gerne noch realisiert hätten?
Günter Stich: Das ist die Sanierung des kommunalen Sportzentrums mit der Mehrzweckhalle. Die Anlage stammt aus den 80er Jahren. Aber dafür hat das Geld bislang nicht gereicht. Wegen der soliden Finanzwirtschaft bekommt Floß leider keine Bedarfszuweisungen oder Stabilisierungshilfen. Aber ich bin froh über unsere geordneten Finanzen und dass wir nicht mehr jeden Monat am Limit sind. Seit 2008/09 haben wir positive Jahresabschlüsse.
ONETZ: Im Kreistag führen Sie die zweitgrößte Fraktion. Worauf kommt es Ihnen besonders an?
Günter Stich: Ganz wichtig ist mir die Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg. Wir müssen die Region und die Bürger im Blick haben. Parteipolitik hat da nichts zu suchen.
ONETZ: Wie haben Sie den Absturz der SPD bei der Landtagswahl wahrgenommen?
Günter Stich: Ich bin 1975 in die SPD eingetreten, bin 35 Jahre im Kreisvorstand und war 8 Jahre Ortsvorsitzender. Floß war immer ein roter Leuchtturm. Bei den Erststimmen entfielen über 60 Prozent auf Ludwig Stiegler. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die Stimmung hat sich gewandelt. Für die Volksparteien wird es immer schwieriger.
ONETZ: Zum Schluss noch ein Ausblick? Tritt Günter Stich bei den Kommunalwahlen 2020 noch einmal an?
Günter Stich: Ich bin seit 1. Mai 2002 Bürgermeister. Vorher war ich schon 27 Jahre bei der Gemeinde. Damit sind die 45 Jahre voll. Ich werde mich nicht mehr um das Bürgermeisteramt bewerben. Eine Sieben-Tage-Woche kostet viel Kraft. Darunter leidet auch die Gesundheit.
ONETZ: Wer ist Ihr Wunsch-Nachfolger?
Günter Stich: Die Kandidatenkür ist Aufgabe der örtlichen Parteien. Und darüber entscheidet dann der Wähler. Aber es wäre schön, wenn auch in Zukunft ein Sozialdemokrat an der Spitze des Marktes stehen würde.
ONETZ: Was ist mit dem Kreistag?
Günter Stich: Dafür stehe ich wieder zur Verfügung. Ich möchte unseren neuen Kreisvorsitzenden Markus Ludwig unterstützen und jungen Mitgliedern in den Kreistag verhelfen.













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