22.05.2018 - 21:40 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Starke Erdstöße am Eger Becken Beben nahe am Rekord

Schwarmbeben sind im östlichen Landkreis Tirschenreuth nicht ungewöhnlich. Am Montagabend schrecken die Menschen zwischen Tschechien und Bayern aber doch auf. Das Beben reicht an den Rekordwert.

Ein deutlicher Ausschlag. Das Beben, wie es der Erdbebendienst Bayern festgehalten hat. Screenshot: https://www.erdbeben-in-bayern.de/daten-live/seismogramme/
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Cheb. (wüw/dpa) Oberpfalz-Medien-Wetterexperte Andy Neumaier war besonders schnell. 30 Minuten nach dem Erdbeben verwies er auf seiner Facebook-Seite auf ein "relativ kräftiges Erdbeben" in der Oberpfalz. "Wer hat etwas gespürt", wollte der Mitterteicher wissen, und weit über hundert Facebook-Nutzer aus der Region meldeten sich. Friedenfels, Tirschenreuth sogar Weidener schrieben in den Kommentaren, dass das Beben zu spüren war. "4,2, fühlte sich an, als wenn einem ein Panzer unter der Couch durchfährt", schreibt ein Facebook-Nutzer, der das Beben in Marktredwitz miterlebte.

Tatsächlich gibt laut dpa das Deutsche Geoforschungszentrums in Potsdam diesen Richterskala-Wert für das Beben an, dessen Epizentrum in 6,7 Kilometern Tiefe unter dem tschechischen Novy Kostel (Neukirchen), rund 20 Kilometer nördlich von Cheb (Eger) lag. Die Messstation des Erdbebendiensts Bayern in Konnersreuth zeichnete einen Wert von 3,8 für den Erdstoß auf, der sich um 23.04 Uhr ereignet hat.

Der Chef-Geologe des Bayerischen Landesamts für Umwelt, Roland Eichhorn, hatte in der vergangenen Woche im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärt, dass die Beben in der Region in der Regel Werte von 3 bis 4 auf der Skala erreichen. Weil der Egergraben jenseits der tschechischen Grenze verläuft, seien die Messwerte dort in der Regel höher als auf deutscher Seite. Die stärksten Beben in der Region gab es laut dpa Mitte der 1980er Jahre. Damals erreichten sie eine Stärke von 4,6 - Schornsteine fielen ein, Mauern bekamen Risse. Solche Auswirkungen gab es diesmal zumindest auf deutscher Seite jedoch nicht. Weder die Oberpfälzer noch die oberfränkische Polizei musste wegen der Erdstöße am Montagabend ausrücken. Auch den Integrierten Leitstellen Nordoberpfalz und Hochfranken machte das Beben keine zusätzliche Arbeit. Bei beiden Stellen gab es jeweils einen Anruf. "Ein ältere Dame aus dem Raum Konnersreuth hat uns angerufen und mitgeteilt, dass die Erde wackelt", sagt Herbert Putzer, der Chef Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz. Ein Einsatz habe sich aus dieser Meldung jedoch nicht ergeben. Beim Geophysikalischen Observatorium im bayerischen Fürstenfeldbruck gingen laut dpa rund 150 Meldungen aus der Bevölkerung ein. "Es war das heftigste Ereignis im derzeitigen Schwarm", sagte der Geophysiker Joachim Wassermann. Ein Ende der seit 10. Mai andauernden Beben-Häufung ist vorerst nicht absehbar.

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