21.05.2018 - 10:24 Uhr
Oberpfalz

Nach Urteil im Tsavaris-Prozess: Fortsetzung folgt: Unterhaltszahlungen im Stil der Cosa Nostra

Fortsetzung folgt: Nach Urteil im Tsavaris-Prozess warten zwei mutmaßliche Rädelsführer in U-Haft auf ihr Strafverfahren.

Erst kürzlich in Litauen verhaftet, jetzt aus Stadelheim nach Amberg gebracht: Vladimiras K. (27). Bild: hou
von Autor HWOProfil

Die Geschichte geht weiter. Nach den Urteilen im Prozess um den bewaffneten Überfall auf das Juwelier-Ehepaar Tsavaris bahnt sich ein neues Verfahren an. Im Fokus stehen zwei mutmaßlich federführende Bandenmitglieder, die im Juli vergangenen Jahres drei Männer zu besagtem Raub nach Amberg brachten.

Zu sechst hatten sie sich in einem Opel Zafira im litauischen Kaunas aufgemacht, um offenbar Überfälle in Bayern und Österreich zu verüben. "Das war keine Bande", hieß es nun im Plädoyer eines Anwalts in dem vergangene Woche zu Ende gegangenen Strafverfahren gegen drei der Osteuropäer. Was aber war das dann? Ein Ausflug von Männern, die zum Spaß über Polen und Tschechien einreisten? Es könnte gut sein, dass im nächsten Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Rädelsführer solche Argumente vor dem Landgericht in die Waagschale geworfen werden. Dann allerdings bei der Ersten Strafkammer, weil die zwei in ihrer Heimat per internationalem Haftbefehl festgenommenen und ausgelieferten Männer im Erwachsenenalter sind.

Zweifelhafte Angaben

Am vierten von fünf Verhandlungstagen hatte man die zwei Litauer als Zeugen vorführen lassen. Der 32-jährige Vitalijus M. gab sofort zu, mit in Amberg gewesen zu sein. Allerdings hätte er nichts von dem geplanten Verbrechen im Juweliersladen gewusst und auch nicht hinterfragt, weshalb drei der Mitfahrer ausgestiegen, verschwunden und nicht mehr wiedergekommen seien.

Vor ihm war Vladimiras K. (27) gefesselt in den Saal geführt worden. Auch er zeigte sich aussagebereit, wollte aber vorher mit seinem Anwalt reden. Also wurde er wieder in die JVA Stadelheim gebracht und am fünften Prozesstag erneut nach Amberg gefahren. Plötzlich machte Vladimiras K., weil gegen ihn Ermittlungen von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Staatsanwaltschaft muss nun zusehen, wie sie stichfeste Beweise dafür erbringt, dass beide als mutmaßliche Auftraggeber und Rädelsführer für den Raub bei Tsavaris überführt werden. Einer von den Litauern, die mit dabei waren, als in der Innenstadt am 31. Juli 2017 Waffe, Klebeband und Pfefferspray an die drei Mitfahrer ausgegeben wurden, fehlt noch. Der Haftbefehl gegen ihn aber steht in den Polizeicomputern.

Angehörige versorgt

Deutsche Behörden wissen, dass die Kriminellen bis zu 5000 Euro monatlich bekommen und die Dinge im mafiösen Hintergrund so laufen, dass Angehörige von verhafteten und eingesperrten Bandenmitgliedern fortlaufend Geld erhalten. Wie bei der Cosa Nostra.

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