24.11.2017 - 12:58 Uhr
Oberpfalz

Wegen 0,9 Gramm Marihuana Haarscharf am Knast vorbei

Er ist gerade einmal 20 Jahre alt. In einschlägigen Amberger Kreisen kennt man ihn als Drogenhändler, der um ein paar Gramm Marihuana nie verlegen ist. Jetzt schrammte der junge Mann haarscharf an einen längeren Haftaufenthalt vorbei.

von Autor HWOProfil

Amberg. (hwo) Der Aushilfsarbeiter saß schon zwei Mal in Untersuchungshaft. Er wurde von Gerichten mehrfach wegen diverser Rauschgiftdelikte verurteilt. Zuletzt bekam der Mann ein Jahr und zehn Monate Gefängnis. Diese Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt und sie schwebte nun wie ein Damoklesschwert über ihm, als es zu einer neuerlichen Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht kam.

Diesmal ging es um 0,9 Gramm Marihuana und einem mit dem gleichen Cannabiskraut gefüllten Joint. Eigentlich eine Bagatelle. Doch jetzt werteten die Ermittlungsbehörden das Ganze als Fortsetzung einer wohl nicht zu stoppenden Dealer-Karriere. Dumm gelaufen für den 20-Jährigen.

Ein knappes Gramm

Polizisten hatten im Stadtgebiet einen Wagen angehalten, in dem mehrere junge Leute saßen. Alle hatten Drogen dabei. Die Beamten freuten sich über den Fahndungserfolg und forderten auch den 20-Jährigen auf, seinen Tascheninhalt vorzulegen. Es kam, wie sie vermutet hatten: ein knappes Gramm Marihuana und der besagte Joint. Damit wurde es eng für den Dealer. Denn das war ein Rückfall im Sinn des Gesetzes. Auch wenn es sich nur um eine eher bescheidene Menge handelte.

Staatsanwältin Franziska Meinl zeigte sich entschlossen, den 20-Jährigen diesmal hinter Gitter zu bringen. Ein Jahr und zehn Monate standen noch offen, zwei Jahre forderte sie unter Einbeziehung dieser Ahndung. Allerdings zum Absitzen. Da wurde es wirklich eng.

Raus aus Teufelskreis

"Aber es gibt doch eine gute Prognose", stemmte sich Verteidiger Jörg Jendricke gegen diesen Antrag. Er schilderte den Richtern, dass sein Mandant sich aus dem Amberger "Teufelskreis" zu lösen gedenke und seinen Wohnsitz verlegen wolle. Deswegen hielt Jendricke 23 Monate mit Bewährung für ausreichend.

Der 20-Jährige hatte eine bange halbe Stunde bis zum Urteil zu überstehen. Denn letztlich drohte ihm wegen 0,9 Gramm Marihuana der Knast. Das Jugendschöffengericht verhängte unter Einbeziehung der noch offenen Ahndung zwei Jahre Haft. Bewährung wurde gewährt. Richter Peter Jung machte ihm allerdings deutlich: Wenn er wieder wegen eines Rauschgiftverstoßes bei den Behörden aktenkundig wird, führt sein Weg sofort hinter Gitter.

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