13.01.2021 - 20:06 Uhr
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Gartenarbeit im Winter: Das kann jetzt erledigt werden

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Für Gartenbesitzer gibt es immer etwas zu tun, denn im Gartenjahr stehen jeden Monat unzählige unterschiedliche Arbeiten auf dem Plan. Auch in der Durchschnaufpause im Winter können verschiedene Dinge im Garten erledigt werden.

Für einen Gartenbesitzer gibt es immer was zu tun und im Gartenjahr sind jeden Monat unterschiedliche Arbeiten zu erledigen. Der Winter steht für eine Durchschnaufpause, bevor das neue Gartenjahr startet, doch es gibt trotzdem genügend Dinge zu erledigen.
von Michelle BalzerProfil

Die Tage werden wieder ein wenig länger, die Vorfreude der Gartenliebhaber auf den Frühling und den Beginn der Gartensaison wächst. Es gibt jeden Monat etwas im Garten zu tun - auch in den nächsten zwei Monaten. Gerda Eiber ist Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Raigering-Aschach und hat einige Ideen und Vorschläge, was im Januar und Februar bereits im Garten angegangen werden könnte.

Damit die Arbeit im Frühling nicht umsonst ist bieten sich die Wintermonate an um das älteres, bereits vorhandenes Saatgut auf seine Keimfähigkeit zu testen. "Als Beispiel nehme ich mal Tomatensamen: Da wäre jetzt im Januar der perfekte Zeitpunkt, um zu testen, ob die Samen noch keimfähig sind", so Eiber.

Für die Keimprobe müssen die Samen auf feuchtem Küchenpapier verteilt werden. Dieses soll auf einem Teller oder einer Schale platziert und mit einer Klarsichtfolie überspannt werden. Wichtig ist, dass das Papier gleichmäßig feucht gehalten wird und die Schale an einem warmen Platz steht. Nach einiger Zeit sollten die Samen Keimlinge bilden. Wenn sie das tun, können die restlichen Samen weiterhin verwendet werden, wenn nicht, dann sind die Samen nicht mehr keimfähig - "und man hat Glück, dass man es jetzt schon erkannt hat und die Arbeit dann im Frühling nicht umsonst war", erklärt die Expertin.

Gerda Eiber ist Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Raigering-Aschach mit rund 200 Mitgliedern.

Kontrollgänge im Garten

Weiter empfiehlt Gerda Eiber gelegentliche Kontrollgänge durch den Garten zu unternehmen, besonders nach stärkeren Schneefällen: "Durch den Schnee beugen sich Nadelgehölze und Hecken ganz schnell, und dann kann es passieren, dass sie auch mal brechen von der Last. Da einfach mal hingehen, ein bisschen schütteln und sie so von dem Schnee befreien." Auch die eingestellten sowie die im Freien befindlichen Kübelpflanzen sollten nicht vergessen werden. Es empfiehlt sich, die "eingestellten Kübelpflanzen auf Schädlinge, insbesondere auf Blattläuse, zu kontrollieren und die immergrünen Kübelpflanzen im Freien an frostfreien Tagen zu gießen, um Austrocknung zu vermeiden", so Gerda Eiber.

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Wintergemüse ernten

Wer es im Herbst verpasst hat Zwiebeln zu setzen, hat nun in den Wintermonaten nochmals die Gelegenheit dazu, "doch nur, wenn der Boden nicht gefroren ist", so die passionierte Gärtnerin. Eiber: "Normalerweise ist die Pflanzzeit von September bis November, aber nun könnte man nachträglich Pflanzlöcher ausheben für die Blumenzwiebeln." Außerdem gibt es bis in den Februar hinein die Möglichkeit, das Wintergemüse wie Rosen- oder Grünkohl zu ernten.

"Eine größere Sache, die ab Februar gestartet werden könnte, wäre das Vorziehen von Gemüsepflanzen, Kräutern und Sommerblumen. Dazu eignen sich besonders Paprika und Chili, denn die beiden haben eine lange Keimzeit", so Eiber. Dazu ist jedoch nicht nur Platz im Haus, sondern auch Spaß nötig, betont die Fachfrau: "Nicht jedes Samenkorn möchte dieselbe Behandlung. Die einen sind Kaltkeimer, die anderen wollen Licht, und wieder andere möchten es möglichst warm." Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Pflanzen dann nach draußen gesetzt werden. Wer keinen Platz oder keine Lust zum Vorziehen hat, der könnte sich auf das "Garteln" vom Fensterbrett aus konzentrieren. "Kresse oder Sprossen lassen sich dort auch in den Wintermonaten besonders gut ziehen und sind vielleicht ein kleiner Ersatz für die Gartenarbeit", so Gerda Eiber.

Kalt, aber nicht zu kalt

Wer es gar nicht mehr abwarten kann, der kann sich damit beschäftigen, Ordnung im Geräteschuppen zu schaffen. Töpfe und Kisten reinigen, kleinere Reparaturen an Handgeräten. "Das macht alles nur Spaß, wenn das Wetter nicht ganz so schlecht ist. Bei Regen, Schnee oder Minustemperaturen macht das Aufräumen auch keinen Spaß, das wäre etwas für die etwas freundlicheren Wintertage." Eiber erklärt außerdem, dass die Wintermonate normalerweise eher ruhige Monate sind: "Vom Gärtner-Jahr her ist es hier eher kalt, der Boden ist gefroren und es macht draußen einfach keinen Spaß, etwas im Garten zu tun. Deswegen ist es besonders bei kaltem und schlechtem Wetter immer eine gute Idee, sich zu erholen, die Zeit zum Planen zu nutzen oder auch Saatgut- und Gartenkataloge zu wälzen", so Gerda Eiber.

Service:

Gartenarbeit im Januar und Februar - Die Tipps von Gerda Eiber

  • Altes Saatgut auf Keimfähigkeit testen und gegebenenfalls neues kaufen
  • Gelegentliche Kontrollgänge nach stärkeren Schneefällen, Nadelgehölze und Hecken von der Schneelast befreien
  • Eingestellte Kübelpflanzen auf Schädlinge, insbesondere Blattläuse, kontrollieren
  • Kübelpflanzen im Freien an frostfreien Tagen gießen, um Austrocknung zu vermeiden
  • Vorziehen von Gemüsepflanzen, Kräutern und Sommerblumen
  • An frostfreien Tagen Schnitt von Sträuchern, die im Sommer blühen
  • Ende Februar Schnitt der Hortensien, bei Bauern-Hortensien nur alte Blüten und erfrorene Triebe entfernen
  • Obstbaumschnitt kann an frostfreien Tagen begonnen werden
  • Ernten von Wintergemüse bis in den Februar hinein
  • Vorziehen von Gemüsepflanzen, Kräutern und Sommerblumen
  • Ordnung im Geräteschuppen schaffen
  • Jetzt ist Zeit zu planen, oder um Saatgut- und Gartenkataloge zu wälzen

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