04.06.2021 - 16:37 Uhr
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Organspende: Entscheidung schriftlich festhalten und Angehörige informieren

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In Umfragen sprechen sich die meisten Deutschen für die Organspende aus. Um zu informieren, organisierten die Oberpfalz-Medien mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein Lesertelefon. Die häufigsten Fragen und Antworten.

Etwa 9400 Patienten warten derzeit auf ein lebensrettendes Organ, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit.
von Externer BeitragProfil

Bin ich an meine Entscheidung zur Organspende lebenslang gebunden oder kann ich sie eventuell noch einmal ändern?

Mit Ihrer Unterschrift ist der Organspenderausweis verbindlich. Dies wird aber nicht registriert. Wenn Sie Ihre Einstellung zur Organ- und Gewebespende ändern, füllen Sie einen neuen Ausweis aus. Beim künftigen Online-Register, das es ab 2022 geben soll, ist die Entscheidung zwar registriert, kann aber auch jederzeit verändert werden.

Ich kann mich erinnern, dass wir bei meiner Oma ein Blatt Papier in ihren Unterlagen gefunden haben, auf dem sie ihre Meinung zur Organspende aufgeschrieben hatte. Würde das heutzutage auch noch akzeptiert werden?

Ja, man kann seine Entscheidung auch formlos auf einem Blatt Papier mit den vollständigen Personalangaben und Unterschrift notieren. Klarer für alle Beteiligten wird es aber, wenn derjenige einen Organspenderausweis ausfüllt oder sich später in das Online-Register einträgt.

Kann man seinen Willen zur Organspende auch ins Testament aufnehmen?

Nein. Zum Zeitpunkt der Testamentseröffnung ist es für eine Organspende zu spät. Organspenderausweis oder Online-Register sind die geeigneten Dokumente und rechtlich verbindlich. Das Ausfüllen ist völlig unbürokratisch und mühelos. Informieren Sie bitte unbedingt Ihre Angehörigen über Ihre Entscheidung. Ansonsten kann es im Fall der Fälle zu einer zusätzlich belastenden Situation für sie kommen.

Wo bekomme ich einen Spenderausweis?

Sie können beim Infotelefon Organspende unter der Nummer 0800/9040400 oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) angefordert werden. Ebenso erhalten Sie ihn in Apotheken, bei Krankenkassen, Krankenversicherungen, Krankenhäusern, Einwohnermeldeämtern und Arztpraxen. Aus dem Internet kann der Ausweis über www.organ spende-info.de herunter geladen werden. Er ist jeweils kostenlos.

Gibt es für die Organspende Geld?

Nein. Das Transplantationsgesetz besagt, dass die Spende ausschließlich auf einer freien, humanitären Entscheidung beruhen soll.

Ist im höheren Alter eine Organspende nicht ausgeschlossen?

Ob Organe oder Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, kann immer erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch überprüft werden. Entscheidend ist immer das biologische, nicht das kalendarische Alter. Ist beispielsweise eine Niere von einem 70-jährigen Verstorbenen funktionstüchtig, kann ein Dialysepatient damit wieder ein fast normales Leben führen.

Kann man den Leichnam nach einer Organ- und Gewebespende ganz normal bestatten?

Ja. Das Transplantationsteam geht respektvoll mit dem Körper des Toten um. Die Entnahme findet in einem normalen Operationssaal statt, und die Ärzte verschließen die operativen Einschnitte wieder, um den Körper zur Beisetzung an die Angehörigen zu übergeben. Er wird durch eine Organ- und Gewebespende nicht entstellt.

Erfährt der Empfänger des Organs den Namen des Spenders?

Die Spende ist anonym. Auch die Angehörigen des Spenders erfahren den Namen des Organempfängers nicht. Auf Wunsch wird ihnen aber mitgeteilt, ob die Transplantation erfolgreich war. Außerdem kann sich der Empfänger des Organs anonym beim Spender bedanken.

Ist meine Entscheidung bindend oder können meine Angehörigen nach meinem Tod trotzdem anders entscheiden?

Organspenderausweis und Register sind rechtlich gültige Dokumente. An die dort aufgeschriebenen Entscheidungen müssen sich sowohl Angehörige als auch Ärzte halten. Damit es im Ernstfall nicht zu Überraschungen oder Unstimmigkeiten kommt, sollten Sie Ihre Entscheidung im Familien- und Freundeskreis bekanntmachen.

Hirntote sollen wie lebendig wirken. Kann man da sicher sein, dass derjenige wirklich verstorben ist?

Äußerlich unterscheidet sich ein hirntoter Mensch nicht von einem tief bewusstlosen Menschen. Aber das Heben des Brustkorbes und das Schlagen des Herzens werden nur noch von der Intensivmedizin aufrecht erhalten.

Beim Hirntod sind die Gehirnfunktionen völlig ausgefallen und eine Rückkehr ins Leben ist unmöglich. Das müssen zwei qualifizierte Ärzte unabhängig voneinander diagnostizieren.

Herausforderung Organspende

Weiden in der Oberpfalz
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