18.01.2021 - 00:38 Uhr
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Notebooks werden schlauer

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Kann ein Virus die nächste Generation von Computern mitformen? Ja, sagen die Hersteller bei der digitalen Messe CES. Sie zeigen Geräte, die besonders Pandemie-tauglich sein sollen und Arbeiten im Home-Office leichter machen.

Das HP Elite Folio kann mit seinem Displayscharnier in drei Modi genutzt werden: zum Beispiel als Tablet mit Anschluss an einen externen Bildschirm.
von Agentur DPAProfil

Viele Büroarbeiter hat es im März 2020 kalt erwischt: keine oder schlechte Webcam im Notebook, knarzender Ton, Rückkopplungen, lahmer Akku. Das bislang immer noch gute Notebook war im Zeitalter von Corona, #stayathome und Home-Office irgendwie an seine Grenzen geraten.

Die Hersteller können sich freuen: Durch mobiles Arbeiten daheim, Home-Office oder andere hybride Arbeitskonzepte gibt es reichlich Tische aller Art zu bestücken. Ein Blick in den Heimelektronik-Index (Hemix) des Branchenverbandes GFU zeigt: Bis Oktober 2020 gab es ein Plus von gut 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Notebooks, gar 40 Prozent bei Monitoren.

Die Modellgeneration 2021 soll den neuen Bedürfnissen vieler Menschen noch besser entgegenkommen. Das jedenfalls versprechen die Hersteller von Asus über Acer, Dell, HP, Lenovo und LG bei der digitalen Technikmesse CES. Ihre Businessmodelle geben einen Einblick, was bald auch in anderen Geräteklassen Standard sein könnte.

Ringlicht für Videokonferenzen

Videokonferenzen sind in vielen Büroberufen das neue Normal. Die Hersteller tragen dem mit lichtstarken und hoch auflösenden Webcams Rechnung. HPs Envy 14 etwa kann den Bildschirm als Ringlicht für gut ausgeleuchtete Videokonferenzen nutzen, das HP Elite Dragonfly G2 hat eine Webcam mit fünf Megapixeln Auflösung. Immer mehr Modelle bieten nun auch endlich wirkliche Abdeckungen für die Kameras.

Lenovos Thinkpads der X1-Carbon- und Yoga-Reihe unterstützen mit Dolby Voice eine neue Audiotechnik, die Videokonferenzen besser verständlich und weniger ermüdend gestalten soll. Dazu werden per Software etwa einzelne Stimmen besser voneinander getrennt oder Rauschen und Echos unterdrückt. Andere Modelle setzen auf zwei oder mehr Mikrofone oder entwickeln Lautsprecherlösungen mit bekannten Namen wie Bang & Olufsen oder Dolby. Bei HP erkennt eine Technik namens Dynamic Audio, ob gerade eine Videokonferenz oder ein Film läuft - und stellt die Audio-Ausgabe entsprechend ein. Per Klangkalibrierung kann der Computer sich sogar auf die Hörgewohnheiten einzelner Menschen einstellen.

Wer ungeplant von daheim arbeitet, kennt das vielleicht: Im Laufe des Tages wechselt man öfter mal die Position. Vom Schlafzimmer in die Küche, später vielleicht auf die Couch - sei es, um spielenden Kindern, Küchengeräuschen oder arbeitenden Partnern auszuweichen. Besonders leichte Geräte sollen dabei unterstützen. Dabei kratzen etliche Geräte mit Startgewichten von 990 bis 1250 Gramm an der Ein-Kilo-Marke.

Bei dieser täglichen Mikromobilität muss aber auch die Peripherie mitspielen. Gibt es etwa in einem der Zimmer einen Schreibtisch für Bildschirm, Tastatur und Maus? Die neue Generation von Bildschirmen hat da nur noch ein einziges USB-C-Kabel. Durch das fließt nicht nur das Bild vom Computer zum Schirm, sondern auch Strom und Daten in den Rechner. So entfällt langes Entkabeln beim Umziehen an den Küchentisch. Sind schon Bildschirm und Tastatur vorhanden, tut es auch ein USB-C-Dock. LGs Gram-Notebooks wollen mit größeren Tasten bei der dauerhafteren Laptopnutzung unterstützen. Gerade kleine Modelle haben ansonsten gerne kleinere und enger zusammenliegende Tasten.

Früher gab es Monitore im 4:3-Format, dann kam 16:9 und nun sind 16:10 oder 3:2 im Business-Bereich häufiger das Format der Wahl. Sie sorgen für mehr Pixel auf fast dem gleichen Raum und für weniger Gescrolle, weil einfach mehr vertikaler Raum vorhanden ist.

Programme stromsparend nutzen

Neben LGs neuen Gram-Modellen gehen auch Dell mit dem Latitude 9420, HP mit dem Envy 14 und Lenovo mit den Thinkpads X1 Titanium Yoga und X1 Carbon sowie dem IdeaPad 5 Pro den Weg zum höheren Display. Lenovos ThinkBook Plus Gen2 hat zusätzlich noch ein monochromes E-Ink-Display auf der Oberseite des Notebookdeckels. So lassen sich viele Programme stromsparend nutzen, ohne den Rechner aufzuklappen.

Neben vielen Convertible-Modellen, die sich vom Laptop zum Tablet klappen lassen, gibt es mit dem HP Elite Folio ein weiteres interessantes Konzept. Bei dem 13,5 Zoll großen Notebook mit Qualcomm-Prozessor lässt sich der Bildschirm nach vorn klappen, so dass mit dem mitgelieferten Stift darauf gezeichnet werden kann. Die 180-Grad-Aufhängung erlaubt auch komplettes Umklappen des Displays in den Tabletmodus.

Sensoren erkennen Sitzposition

Künstliche Intelligenz an ungeahntem Ort gibt es zum Beispiel bei HP. Sensoren erkennen etwa, wann der Rechner in den Sparmodus schalten kann. Zum Beispiel wenn eine typische Sofaposition erkannt wird und Vollgas nur für einen warmen Schoß sorgen würde. Erkennen die Sensoren und gekoppelte Software eine feste Oberfläche und vielleicht noch angeschlossene Tastatur, Maus und Bildschirm, ist Zeit für volle Leistung. Software im Hintergrund erkennt aber auch, wenn der Rechner aufgehoben oder aus einer Tasche genommen wird. Dann wird das Gerät schon einmal hochgefahren und steht nach dem Aufklappen schneller zur Arbeit bereit.

Lenovos Geräteverwaltungs-Software Vantage für Thinkpad und Co. wird im Laufe des Jahres neue Funktionen zur besseren Trennung von privater und beruflicher Nutzung erhalten.

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