27.05.2021 - 15:38 Uhr
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Schafgarbe, Sauerampfer und Co.: Immer zur Hand in der Kräuterspirale im Garten

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Wer sich in seinem Garten eine Kräuterspirale anlegt, wird viel Freude damit haben. Welche heimischen Kräuter hineingehören und wie sie angelegt wird, verraten die Fachfrauen Petra Stark und Claudia Dietz.

Die Kräuterspirale im Klostergarten der Abtei Waldsassen wurde barrierefrei angelegt.
von Ulla Britta BaumerProfil

Thymian, Petersilie, Schafgarbe, Zitronenmelisse, Salbei, Süßdolde, Bärwurz, Majoran, Dost, Sauerampfer, Estragon, Schnittlauch, Lavendel oder Bohnenkraut: All diese heimischen Kräuter und noch viel mehr machen sich gut in einer Kräuterspirale. Kräuterführerin Petra Stark aus Waldsassen weiß gar nicht, was sie noch alles aufzählen könnte. Diese Kräutersortimente sind nicht nur hübsch anzuschauen. Viel mehr geschätzt wird deren heilender oder wohltuender Wert auf den Menschen und ihre Bedeutung in der Küche. Deshalb rät Claudia Dietz, sich vor dem Anlegen Gedanken zu machen, wofür die Kräuterspirale genutzt wird.

Claudia Dietz ist Gärtnerin in der Umweltstation Abtei Waldsassen. Sie hat sich ihre Favoriten für die Kräuterspirale, die sie gerade in ihrem Garten anlegt, schon ausgesucht. Weil die vierfache Mutter auch Floristin ist, soll das fertige Werk natürlich auch "etwas gleichschauen". Das allein ist aber nicht der Schritt zu einer erfolgreichen Kräuteranlage.

Feucht- und Trockengebiete

Claudia Dietz und Petra Stark haben großes Wissen darüber, wohin die Pflanzen gehören. Kräuter, die es feucht lieben, werden bewusst unten angesiedelt. Während Trockenheit liebende Pflanzen wie Thymian, Bohnenkraut oder Majoran nach oben gehören. Deshalb dürfe der Kräuterspirale auch im oberen Teil viel Sand beigefügt werden. Claudia Dietz hat eine zwei mal zwei Meter große Fläche ausgegraben und tiefer gelegt. Dies sei ausreichend für eine normale Größe, sagt sie. Freilich sei die Kräuterspirale im Naturerlebnisgarten im Durchmesser acht Meter. Das hat einen Grund: Sie ist barrierefrei konzipiert für Menschen mit Behinderung.

Dabei sei eine runde Form nicht dringend notwendig. Wer möchte, könne auch eine Pyramide bauen oder sich kreativ verwirklichen, je nach Platzangebot. Den Boden ihrer Anlage befestigt Dietz weitgehend mit Sand und Schottersteinen. "Man kann auch einen kleinen Teich im unteren Bereich am Fuß der Spirale anlegen. "

Jeder könne nach seinem Gutdünken entscheiden, was er in der Spirale pflanze. Sie plädiert für gängige Küchenkräuter, von unten nach oben aufgebaut. "Von Petersilie, Thymian oder Schnittlauch nehme ich sogar mindestens drei Pflänzchen", sagt sie. Damit habe die Hausfrau immer ausreichend frische Kräuter für den allgemeinen Bedarf zur Hand. "Vorsicht vor der Minze", rät Dietz. Diese könne zwar verwendet werden, aber wuchere wild weiter und mache "bei der Pflege viel Stress". Die Gärtnerin empfiehlt - über den Daumen gepeilt - bis zu zehn unterschiedliche Kräuter.

Im Dreiecksverbund

Sie setze die Pflanzen grundsätzlich im Dreiecksverbund versetzt ein. Beim Pflanzen achtet sie zudem akribisch auf die Höhe des ausgewachsenen Krauts. Denn ein Gewächs sollte das andere nicht überwuchern. Bei der Auswahl sei es ratsam, auf Mehr- oder Einjährigkeit der Kräuter zu achten. Bohnenkraut zum Beispiel sei mehrjährig, während Basilikum zum einen nur einjährig ist und zum anderen sehr empfindsam. "Basilikum bitte erst ausbringen, wenn wirklich kein Frost mehr in Sicht ist."

Wer seine Kräuterspirale gut pflege, werde viele Jahre Freude an ihr haben, versprechen Dietz und Sommer. Dabei sei sie ausgesprochen pflegeleicht. Sollten sich Wildkräuter einschleichen wie Brennnessel oder Giersch, müssten die eben wieder raus. "Oder man isst es gleich auf", raten die Fachfrauen. Für die Kräuterführerinnen gibt es in Garten und Natur kaum mehr ein Wild- oder Küchenkraut, das nicht essbar ist.

Beim Thema Gießen winken Claudia Dietz und Petra Stark lachend ab. Dafür sei keine große Kunst erforderlich. "Einfach drauf los wie gewohnt." Sobald alles gedeiht und sprießt, verströmen die Kräuter intensivste Düfte. Im lauen Lüftchen weht ein Mix aus herben, sanften, süßen und herzhaften Gerüchen über die Kräuterspirale hinweg. Ein Sinnesschmaus sei garantiert. Allein schon die Düfte hätten teils heilende oder zumindest beruhigende Wirkung auf Körper, Geist und Seele, weiß Petra Sommer.

Seelenkraut Lavendel

Sie spricht als Beispiel speziell den Lavendel an. Neben dem Wohlgeruch des schönen, lilafarbenen Krautes, der seit Jahrhunderten in Parfüms Verwendung findet, besitze er große Heilwirkung. Seine ätherischen Öle seien hilfreich bei Brandwunden, da Lavendel zellerneuernd sei, sagt sie. Da er gut verträglich sei, könne er in Tee, in Salben und Cremes, als Limonade und sogar für Kuchen und Plätzchen verwendet werden. "Aber nicht zu viel", warnt sie. Sonst dufte der Kuchen wirklich wie ein Parfüm. Lavendel sei "ein Seelenkraut". Er helfe gegen Unsicherheit und stelle das innere Gleichgewicht wieder her. "Und er löst am Abend die Gedanken des Tages." Schön anzuschauen sei er auch im Essig.

Schafgarbe und Bärwurz

Die Schafgarbe liegt Petra Sommer ebenso am Herzen. Sie sei ein wenig "Mauerblümchen" geworden, sagt sie. Dabei habe die Schafgarbe, ein trockenes Kraut für den oberen Teil der Spirale, dank ihrer Heilkraft "große Aufgaben zu erledigen". Mit Schafgarbe könne der Körper entgiftet werden, unter anderem mit Nierenwickel. "Sie kann äußerlich wie innerlich angewandt werden." Gemeinsam mit Lavendel wirke die Schafgarbe magen- und nervenschonend. Bereits in Zeiten des Heilkundlers Sebastian Kneipp sei die Schafgarbe bei "Frauengeschichten" als entkrampfend und blutstillend verwendet worden.

Auch der Bärwurz ist ein besonderes Kraut für Sommer. Er wachse in der Oberpfalz selten. Im Garten - bei ausreichend Feuchtigkeit - gedeihe der Bärwurz aber wunderbar. Bekannt sei der Bärwurz-Schnaps. "Aber das Kraut kann auch gut gegen Blähungen oder Verdauungsprobleme im Tee, im Salat, in der Suppe oder in Soßen angewandt werden." Da er sehr kräftig im Aroma sei, sollte Bärwurz nur in kleinsten Mengen verwendet werden.

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