08.04.2021 - 17:04 Uhr
WaldsassenBesserWissen

Ein kleines Stück vom Garten Eden

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Die 2001 gegründete Umweltbildungseinrichtung Abtei Waldsassen hat sich zu einem einzigartigen ökologischen Erlebnis- und Lerngarten entwickelt. Auf 7000 Quadratmetern kann der Besucher Natur mit allen Sinnen erfahren.

Vor Corona tummelten sich viele Besucher im Klostergarten, wo regelmäßig Kräuteführerinnen sowie Fachfrauen wie Johanna Eisner für Hildegardmedizin (vorne Mitte) mit Führungen und Vorträgen ihr Wissen an Gruppen weitergeeben.
von Ulla Britta BaumerProfil

„Das Ziel der Umwelt-station ist die Erweiterung des Wissens über ökologische Zusammenhänge in der Natur, aber auch die spielerische Förderung von sozialen und kreativen Fähigkeiten vor allem bei Kindern und Jugendlichen.“ So steht es im Profil einer Einrichtung, die jederzeit als die Naturoase für Mensch und Tier im Stiftland bezeichnet werden kann.

Wer dieses Fleckchen Erde betritt, findet sich in einem kleinen Paradies wieder, das alle menschlichen Sinne anregt. Überall duftet es, Insekten summen und brummen. Man kann sich kaum sattsehen an den bunten Blumen, Gewächsen und Sträuchern und beim Anblick der reifen Früchte an den Bäumen ist mancher Gast beinahe versucht, wie Eva mit dem Apfel zum „Sünder“ zu werden. Wer in diesem Garten Eden lustwandelt, fühlt sich versetzt in einen geschützten Raum voller Ruhe, Besinnlichkeit, Sinneseindrücke und Glücksmomente.

Etwas Zeit sollte der Besucher deshalb unbedingt mitbringen, wenn er einen Ausflug in den Klostergarten plant. Viel zu schade wäre es um dieses Fleckchen Erde, würde man ihm nur ein kleines Quentchen Aufmerksamkeit widmen. Zum Schauen, Greifen und Begreifen gibt es mehr als genug. Einzig die Pandemie hemmt momentan die Komponente „Begegnung unter Menschen“, die ebenso mit zahlreichen Veranstaltungen, Seminaren, Führungen und Vorträgen zur Umweltstation gehört wie das kalte Wasser im Kneippbecken zur Erfrischung.

Klostermedizin und TCM

Anfangs noch unbekannt wurde die Umweltbildungseinrichtung nach ihrer Gründung 2001 zum beliebten Anlaufpunkt von Schulklassen und Gruppen. Mit der Entscheidung, einen Kloster- und Naturerlebnisgarten zu gestalten, kam das größte Projekt der Station ins Rollen. Zwei Jahre dauerte der Aufbau, bis im Mai 2004 Staatssekretärin Emilia Müller die Umweltstation einweihte und staatlich anerkannte. Bald folgten Erweiterungen durch den Heilkräutergarten mit Schwerpunkt „Klostermedizin“ nach Hildegard von Bingen, Pfarrer Sebastian Kneipp und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Im über 7000 Quadratmeter großem Gelände können Gäste Wissenswertes von Kräutern, Bäumen und Sträuchern erfahren und wie diese nach Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp oder – ganz neu – in der Temperamentenlehre verwendet werden. Im Marien-Beet, im Bauerngarten oder in der Kräuterspirale wachsen Beispiele genug heran, die übers Jahr immer wieder verändert die Natur als unerschöpfliche Heilquelle präsentieren. Wer aktiv sein möchte, kann im Kneippbereich verschiedene Güsse machen. Wer es ruhiger liebt, lässt sich in der Bienensauna mit unterschiedlichem Lichteinfall inklusive Bienensummen von der Schöpfung inspirieren. Das Wildbienenhotel sowie die Hasen und Hühner machen nicht nur den Kindern Freude, erlebte biologische Vielfalt und ihr Erhalt für die Nachwelt stehen im Mittelpunkt.

Umweltbewusstsein wecken

Mit Naturerfahrungsspielen wird das Umweltbewusstsein geweckt. Die Leiterin der Umweltstation, Johanna Härtl (die Oberpfalz-Medien auch die Pflanzen-Bilder für das Rätsel zur Verfügung stellt), bietet übers Jahr verteilt zahlreiche Erwachsenenkurse an. In den Sommermonaten erklären Kräuterführerinnen interessierten Gruppen die Philosophie dieser Oase. Damit die Besucher etwas von diesem Naturparadies mit nach Hause nehmen können, wurde ein Garten-Ladl eingerichtet mit regionalen Produkten, Lektüren und naturverbundenen Geschenkideen.

Der Kloster- und Naturerlebnisgarten ist ab 1. Mai bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden ersten Sonntag im Monat findet um 14 Uhr eine Führung durch den Kneippgarten statt. Jeden letzten Sonntag im Monat führt die Fachfrau für die Heilmethode von Hildegard von Bingen, Johanna Eisner, um 14 Uhr durch den Hildegard-Garten. Führungen für Gruppen, Firmen, Kindergärten oder Schulen sind nach Voranmeldung zu verschiedenen Themen möglich. Außerdem wird eine Sommerakademie für Kindergruppen geboten. Aufgrund der aktuellen Situation wird vieles ins Netz verlagert. Infos auf www.kubz.de.

Wo ist der Gartenschläfer?

Amberg

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Hintergrund:

Das Kultur- und Begegnungszentrum (KuBZ)

  • Die klösterliche Einrichtung „Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum der Abtei Waldsassen“ (KuBZ) gibt es seit 1998.
  • Das Jahresprogramm ist ausgerichtet auf Veranstaltungen der fünf Säulen Religion, Kultur, Musik, Bildung und Natur.
  • Angegliedert an die Stiftung KuBZ ist die staatlich anerkannte Umweltstation Abtei Waldsassen mit einem Kloster- und Naturerlebnisgarten.
  • Die Umweltstation bietet Kurse in den Bereichen Natur, Gesundheit und kreatives Gestalten an.

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