München
27.01.2022 - 16:58 Uhr

39,5 Milliarden Euro Umsatz im vierten Quartal 2021: Bayerisches Handwerk spricht von Verlust

Höhere Energiekosten, steigende Preise, Corona: Auch die Bayerischen Handwerksbetriebe können den aktuellen Entwicklungen nicht entfliehen. Für das vierte Quartal 2021 ziehen sie nun Bilanz.

Handwerksbetriebe haben es während der Corona-Pandemie nicht leicht. Vor allem die Lieferengpässe machen allen zu schaffen. (Symbolbild) Bild: Sebastian Gollnow
Handwerksbetriebe haben es während der Corona-Pandemie nicht leicht. Vor allem die Lieferengpässe machen allen zu schaffen. (Symbolbild)

München. (jum) Die Stimmung im bayerischen Handwerk hat sich im vierten Quartal 2021 eingetrübt. "Preissteigerung, Energiekosten und Pandemie haben die wirtschaftliche Erholung Ende 2021 ausgebremst", erklärte der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Franz Xaver Peteranderl. Zwar hätten mehr Betriebe ihre Lage als leicht besser eingestuft als im Jahr davor, doch habe sich der Erholungsprozess nicht fortgesetzt. Nach Schätzungen des Verbandes wurden zwischen Oktober und Dezember 2021 im bayerischen Handwerk 39,5 Milliarden Euro umgesetzt, 0,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Baufirmen profitierten, Friseure und Fotografen nicht

Während die ungebrochen große Nachfrage nach Wohnraum und Sanierungsleistungen für eine gute Lage im Bau- und Ausbauhandwerk gesorgt habe, habe die Pandemie bei Friseuren, Kosmetikern, Fotografen oder Orthopädietechnikern finanziell tiefe Spuren hinterlassen, berichtete Peteranderl. Insgesamt hatten die rund 209 000 bayerischen Handwerksbetriebe Aufträge für durchschnittlich 9,5 Wochen in ihren Büchern stehen - ein Rekordwert für das vierte Quartal. Hauptgrund dafür seien allerdings Lieferengpässe und der Fachkräftemangel.

Experten blicken optimistisch in das Jahr 2022

Für das Gesamtjahr 2021 erwartet Peteranderl ein Umsatzvolumen von rund 132 Milliarden Euro im Handwerk. Nominal sei dies ein Plus von 3,2 Prozent, nach Abzug der Preissteigerungen verbleibe jedoch ein reales Minus von gut einem Prozent. Die Beschäftigungsentwicklung verlief 2021 laut Peteranderl "weitgehend enttäuschend". Im Jahresdurchschnitt waren 946.900 Personen im bayerischen Handwerk tätig, 8000 weniger als im Jahr davor. Auch für die nähere Zukunft seien die Betriebe wegen der hohen Kosten und der Materialengpässe eher pessimistisch. Trotzdem gingen die Verbandsexperten für 2022 von einem nominalen Umsatzwachstum von vier Prozent und einer leichten Zunahme bei der Beschäftigung aus.

 
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