06.01.2020 - 13:45 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Allerhand Zauberhaftes

Mit rotglühendem LED-Trommelfeuerwerk ging's ins Neue Jahr. "Double Drums" und die Hofer Symphoniker setzten beim Neujahrskonzert im ACC vom Start weg die Maßstäbe sehr hoch.

Neujahrskonzert 2020: Hofer Symphoniker "Magic New Year" – das bezaubernde Neujahrskonzert im ACC Amberg Dirigent Johannes Klumpp
von Marielouise ScharfProfil
Bild: Hartl Neujahrskonzert Hofer Symphonikern und dem preisgekrönten Percussion-Duo Double Drums Double Drums Alexander Glöggler Philipp Jungk
Bild: Hartl Neujahrskonzert 2020: Hofer Symphoniker "Magic New Year" – das bezaubernde Neujahrskonzert im ACC Amberg Dirigent Johannes Klumpp

Die Mischung macht’s: Auch der Mut mal richtig frech in die Komponistenkiste zu greifen, und klassische Musik von Franz Schubert und Otto Nicolai herauszufischen dazu noch Orchesterwerke von John Williams zu Filmen wie Harry Potter und Star Wars, außerdem noch die musikalische Interpretation von Goethes Ballade des Zauberlehrlings von Paul Dukas und als absoluten Höhepunkt das Neuzeitwerk von Franz Kanefzky „Emancipation for Drums“ für Schlagzeug und Orchester.

Einfach mitreißend diese großartige Demonstration der beiden Drummer Alexander Glöggler und Philipp Jungk gemeinsam mit den hochmotivierten Symphonikern aus Franken unter ihrem grandiosen Leiter Johannes Klumpp. Keinerlei Berührungsängste waren zu spüren zwischen den Musikern in Frack und Abendrobe und den beiden lässig gekleideten Youngstern mit Mütze und Kappe. Die bewiesen ihr Können nicht nur auf den bekannten Percussion-Instrumenten. Sie bearbeiteten mit geradezu artistischer Geschwindigkeit auch Kochtopf, Koffer und Karton, Haushaltsleiter, Mörteleimer und vieles mehr. Double Drum sind auf der ganzen Welt unterwegs „zwischen China, Südamerika und Amberg“, verraten sie nach ihrem „LED“-Auftritt zu Konzertbeginn. Ob solistisch oder mit Orchester, jede Musikdarbietung wird zum Hörerlebnis und auch zur Augenweide. Es ist eine Freude, die beiden so in Hochform zu erleben.

Stichwort Hochform! Genauso präsentierten sich auch die Damen und Herren Musiker aus Hof. Bereits die Ouvertüre zu „Die Zauberharfe“ von Franz Schubert gestalten sie fein ausgearbeitet. Übrigens: diese Komposition setzte Schubert später als Ouvertüre zum Schauspiel "Rosamunde, Fürstin von Zypern" ein. Mit dieser Form von Recycling überlebte die Musik der etwas antiquierten Zauberharfe. Maestro Klumpp wusste solche Feinheiten. Und er kannte noch viel mehr Interessantes und Kurioses rund um die ausgewählten Programmstücke, wie man seinen locker-leichten Moderationen entnehmen konnte. Er präsentierte sich nicht nur als exzellenter musikalischer Leiter, sondern auch als genialer Hexenmeister der diversen Musikstile und durch seine extravagant-sportlichen Bewegungen auf seinem Dirigentenpodest sogar als geschmeidiger Solotänzer.

Großes Kino lieferten er und die Musiker. Am Sonntagabend verwandelte sich der große Saal im Kongresszentrum in die magischen Welten von Harry Potter und Star Wars.

Gänsehaut-Schübe und Beifalls-Stürme erzeugten die märchenhaften Kompositionen des amerikanischen Starkomponisten und Oscarpreisträger John Williams bei den Zuhörern.

Längst hatte sich der Dirigenten- zum Zauberstab gewandelt. Längst war der magische Funke übergesprungen und über die mit Blumen geschmückte Bühnenrampe ins Publikum geschwappt. „Walle walle manche Strecke, dass zum Zwecke, Wasser fließe…“. Die Musik beginnt mit einer gespannten Atmosphäre: Der Meister ist weg und der Zauberlehrling ist hin- und hergerissen von der Idee, es selbst zu versuchen. Auf den Zauberspruch hin erhebt sich eine vom Fagott intonierte Melodie: Es ist der Besen, der erst einige Schritte übt, bevor er sich in unaufhaltsamem Tempo mit den Eimern bewaffnet auf den Weg macht. Der Zauberlehrling hat den Spruch, das Geschehen aufzuhalten, vergessen und versucht ihn nun in mehreren Tonarten. Doch nach jedem falschen Versuch ergießt sich ein neuer Schwall Wasser in den Raum. Verzweifelt wirft er sich mit der Axt auf den Besen und bereitet dem Treiben zunächst ein Ende. Doch nach einer kurzen Pause erklingt das Kontrafagott langsam mit einzelnen Noten des Besen-Motivs. Das Unheil schreitet fort…

Mit Zugaben und traditionellem Radetzkymarsch endet das Neujahrskonzert der Extraklasse unter donnerndem Applaus.

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