08.03.2019 - 15:09 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Alles andere als KoOpf-los

Zehn Jahre nach dem Mauerfall fand sich die Kunstkooperative Oberpfalz, KoOpf, zusammen. 20 Jahre später kommt ein Minister zur Programmvorstellung. Auch das ist eine Kunst.

Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler (Neunter von rechts) und Bezirkstagspräsident Franz Löffler (Zwölfter von rechts) und die Repräsentanten der 19 KoOpf-Mitgliedshäuser.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Amberg. Wer sich auf die Spurensuche nach KoOpf begibt, landet unweigerlich bei der Gruppe SPUR. Oder bei Walt Disney's "Die Wüste lebt". Darauf verwiesen die beiden Protagonisten dieses mehr oder minder losen Verbundes von Museen, Galerien und Ausstellungshäusern in Nordostbayern und Tschechien, Wolfgang Herzer (Weiden) und Wilhelm Koch (Amberg). Sie stellten am Freitag das Programm 2019 im Amberger Luftmuseum vor. Das nunmehr 20. also, das nicht zuletzt deshalb eine nicht alltägliche politische Beachtung fand.

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, kam zur Programmvorstellung.

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, beließ es nicht bei einem Vorwort für das 48-seitige Programmgeheft. Er reiste an, um - so schmeichelte er den Gastgebern - seine Neugierde, was hier passiere, zu befriedigen. Wer Strukturpolitik lediglich als unverzichtbare Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg definiere, vergesse, dass der Mensch viel mehr brauche. Das, was unter anderem Kunst und Kultur ihm geben könnten. "Hier wird der Wunsch nach Orientierung, Weltanschauung und Transzendenz befriedigt", bescheinigte der zuständige Fachminister den Verantwortlichen der KoOpf-Häuser.

Auch zähle nicht unbedingt die Größe dieser Präsentationsplattformen. "Es kommt auf die Qualität an." In diesem Punkt herrsche für ihn kein Zweifel an der Leistungskraft und damit Notwendigkeit dieses Verbundes. Zuvor hatte auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler betont, dass "Kunst und Kultur längst nicht mehr das Privileg von Ballungsräumen sind". Die KoOpf-Initiatoren hätten das schon vor 20 Jahren erkannt, hartnäckig daran gearbeitet und erfolgreich umgesetzt. "Diese Basis muss gepflegt werden, und das darf auch etwas kosten", führte Löffler seinen Gedankengang fort. Das dürfte wohlklingende Musik in den Ohren der Repräsentanten der inzwischen 19 Mitgliedshäuser, drei davon liegen in Tschechien, gewesen sein. Denn einige der Einrichtungen kommen ohne ehrenamtliches Engagement nicht aus.

Vor den Grußworten zum 20-jährigen Bestehen des Verbundes von Museen, Galerien und Ausstellungshäusern in der Oberpfalz und der angrenzenden Nachbarregion in Tschechien.

Wilhelm Koch, Gastgeber der Programmvorstellung im Luftmuseum, erinnerte sich der Anfänge. Der Blick von außen habe unter dem Eindruck gelitten: "Oberpfalz, das ist eigentlich nichts." Deshalb seine ganz persönlichen Assoziationen zu dem Naturfilm "Die Wüste lebt" (Walt Disney, 1953), der ihn als Schüler beeindruckt habe. Daraus sei die Energie geschöpft worden, "uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen und jedes Jahr ein gemeinsames Programm zusammenzubasteln".

Wolfgang Herzer stellte Bezüge zu der tief in Ostbayern verwurzelten und in Cham mit einem eigenen (Mitglieds-)Museum vertretenen Gruppe SPUR (1957-1963) her. Sie habe die als unumstößlich geltenden Grenzen zwischen Kunst und Leben verwischt zu einem "wunderbaren, eigenwilligen, unverwechselbaren" Gestus der bildenden Kunst. Der Geist dieses erdigen Trotzes des auch bewusst Provinzlerischen habe manchmal den Eindruck vermittelt, "als kämen wir vom Mars, wir kamen aber aus der Oberpfalz". Deshalb nehme er jetzt für die KoOpf-Häuser selbstbewusst in Anspruch: "Provinz, oder Nicht-Provinz, das ist reine Kopfsache."Die Häuser und das Programm: www.koopf.de

Bunt und vielfältig waren nicht nur die KoOpf-Programme der letzten Jahre, sondern auch die Programmflyer.

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