25.05.2020 - 17:26 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Amberger Klinikum: Finanzen leiden unter Coronavirus

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Die Patientenzahl geht zurück, der große Aufwand bleibt. Covid-19 hat für die Amberger Klinik St. Marien auch immer mehr wirtschaftliche Folgen. Ein Lichtblick sind aber Patienten und Besucher.

Am Klinikum St. Marien Amberg geht es derzeit recht ruhig zu.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Quantitativ hat sich Corona am Klinikum St. Marien zum Randthema entwickelt. Dennoch bestimmt das Virus weiter die Abläufe und stellt Verantwortliche wie Beschäftigte vor Herausforderungen. Das bestätigt der Ärztliche Direktor Dr. Harald Hollnberger in seiner Lageeinschätzung für Oberpfalz-Medien.

Entwicklung der Coronazahlen in der Region

Weiden in der Oberpfalz

"Wir haben momentan vier Patienten mit einer Covid-19-Infektion, einer dieser Patienten wird auf Intensiv beatmet", erklärt Hollnberger. Täglich nehme die Klinik fünf bis zehn Verdachtsfälle auf. "Erfreulicherweise" bestätige sich der Verdacht bei den meisten Fällen nicht mehr. Das gelte auch für die Pflichttests bei allen neu aufgenommenen Patienten. Das lässt sich so interpretieren, dass es auch außerhalb der Klinik derzeit kaum unentdeckte Infektionen gibt.

Von Anfang März bis 6. Mai 2020 wurden 711 Personen im Haus auf Covid 19 getestet. 597 Tests waren negativ, 114 positiv. Das entspricht etwa 16 Prozent. Seit nun alle Patienten getestet werden, gebe es 80 bis 120 Tests täglich. Positive Tests sind Einzelfälle. "Das spiegeln auch unsere Patientenzahlen wider", sagt Hollnberger.

Weiter bestimmend

Dennoch wirke die Pandemie weiter in den Alltag der Klinik. "Der Aufwand, alle stationären Patienten zu testen, ist erheblich", sagt Hollnberger zur wichtigsten Schutzmaßnahme, die verhindern soll, dass Patienten das Virus unerkannt einschleppen. Einfacher sei es bei geplanten Patienten, die erst stationär aufgenommen werden, wenn das negative Testergebnis vorliegt.

Ärztin zu Coronademos

Tirschenreuth

Bei Notfällen erfolge der Abstrich in der Notaufnahme. Bis zum Ergebnis werden diese Patienten in Einzelzimmern untergebracht. Das stellt das Haus vor Herausforderungen, weil ohnehin bereits 25 Prozent der Betten für bestätigte Covid-Fälle frei bleiben müssen. "Wir hoffen, dass diese Vorgabe in dieser Woche auf 15 Prozent reduziert wird."

Personal gebunden

Hinzu kommt, dass Ambulanzen nur schrittweise öffnen können. "Wir müssen die Hygienekonzepte umsetzen und können deshalb deutlich weniger Patienten behandeln." Personal sei für Covid-Patienten reserviert und fehle an anderer Stelle. Dies alles mache sich wirtschaftlich bemerkbar: Es könne keine Rede davon sein, dass der Betrieb sich wieder selbst trägt.

Hilfreich sei, wie Patienten und Besucher mit den Beschränkungen umgehen. "Unser Sicherheitskonzept wird befürwortet und gut angenommen", sagt Hollnberger. Er könne sich nur bei allen Patienten und Besuchern bedanken. "Wir sind überzeugt, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und der Zusammenhalt unserer Gesellschaft durch die gemeinsame Bewältigung der Krise weiter gestärkt wird."

Hintergrund:

Verständnis für Demonstrationen

Dr. Harald Hollnberger lässt keinen Zweifel, dass er die Beschränkungen und Hygieneauflagen wegen Corona für richtig hält. Gleichzeitig zeigt er auch Verständnis für die Demonstrationen gegen die Einschränkungen. "Wir alle erleben zum ersten Mal eine Pandemiesituation in so einem Ausmaß. Dass so weitreichende Eingriffe in unser tägliches Leben auch zu Demonstrationen führen ist für mich nachvollziehbar." Wichtig sei auch bei diesen Protestveranstaltungen, sich an die Hygieneregeln zu halten. (wüw)

Dr. Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor am Klinikum St. Marien Amberg

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.