15.11.2019 - 09:05 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Dieses Bild verletzt die Tierwürde nicht

Eine Szene aus einer Besamungsstation wird zum Diskussionsthema. Dabei zeigt das Foto nur die Wirklichkeit

Ein Bulle am Phantom. Kann man so ein Bild zeigen? Wir meinen: ja. Andere Zeitungen haben zu Berichten über Besamungsstationen ebenfalls ähnliche Fotos veröffentlicht.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Der Wölsauer Bullen-Samen ist weltweit gefragt

Marktredwitz

Die Gewinnung von Sperma in der Rinderzucht, das für die künstliche Besamung genutzt wird, funktioniert folgendermaßen: Der Bulle trifft auf eine "Attrappe" eines weiblichen Tieres, meist Phantom genannt, die das Tier zum Aufspringen animieren soll.

Zum Bericht "Fleckvieh-Sperma als Hightech-Produkt" veröffentlichte die Redaktion ein entsprechendes Bild. Es zeigte einen Bullen in Aktion an einem Phantom, das in der Wölsauer Besamungsstation steht. Eine Leserin - und offensichtlich nicht nur sie - hielt das für fragwürdig.

Sie berichtete unter anderem von einer "Männer-Runde", in der das Bild diskutiert worden sei. Dort sei man zu der Ansicht gelangt, dass dieses Foto mit der Tierwürde nicht vereinbar sei.

Das sehe ich anders. Die Aufnahme zeigt- freilich in aller Eindeutigkeit -, was in einer Besamungsstation geschieht. Ein Ausschnitt aus dem realen Leben dort. Die Wirklichkeit. Bilder wie diese sind auch ein wichtiger Teil der Berichterstattung. Es ist in einigen Fällen sicherlich schwierig, zu entscheiden, wie extrem ein Bild sein darf. Die Szene mit dem Bullen am Phantom hätte ich auch veröffentlicht, weil es sie zur visuellen Erläuterung braucht - wohlwissend, dass sich der eine oder andere Leser dadurch in gewisser Weise "optisch belästigt" fühlen könnte.

Nie werden alle Leser mit dem Inhalt einer Zeitung einverstanden sein. Eine Zeitung immer nur mit "angenehmer Optik" zu produzieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wirklichkeit ist eben manchmal nicht nur heile Welt.

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