02.04.2019 - 17:06 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Exzellente Solisten, souveränes Orchester

Sie wagen sich unter ihrem Dirigenten Markus Elsner an große symphonische Werke bedeutender Komponisten. Diesmal standen beim Siemens-Wohltätigkeitskonzert in Amberg mit Brahms und Dvorak Vertreter der Romantik auf dem Programm.

Das Siemens-Orchester München begeisterte im Stadttheater: Überzeugende Solisten und ein hervorragendes Orchester spielten Brahms und Dvorak.
von Helmut FischerProfil

"Es ist ein fester Bestandteil des Kulturkalenders in Amberg, das Siemens-Wohltätigkeitskonzert", freute sich Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny in seiner Begrüßung und Günter Jakesch, Standortleiter Siemens Amberg, betonte, dass das Siemens-Orchester sehr gern nach Amberg kommt." Das Orchester, als Freizeitorchester von Siemens-Mitarbeitern gegründet, konzertiert seit nunmehr 35 Jahren und heuer zum 16. Mal im Stadttheater. Brahms Doppelkonzert für Geige, Cello und Orchester ist selten im Konzertsaal zu hören, denn es verlangt zwei hervorragende Solisten, die sich restlos aufeinander eingespielt haben, in Rhythmus und musikalischer Gestaltung optimal ergänzen. Mit Jakob Spahn (Cello) und Rudens Turku (Geige) standen hier zwei Künstler auf dem Podium, die diese Vorgaben faszinierend umsetzten.

Energisches Spiel

Turku mit sowohl tragenden wie auch weichen, runden Ton in allen Lagen, Spahn mit kraftvollem, energischem Spiel, und beide mit einer fast unglaublich anmutenden selbstverständlichen Virtuosität. Das Zusammenspiel der beiden schon bei der einleitenden hochvirtuosen ausgedehnten Kadenz, das "Ineinandergleiten" sowohl der melodiösen wie auch der virtuosen Passagen war frappierend und faszinierend zugleich. Das schwelgerische Thema des zweiten Satzes entwickelt sich zu einer dahinströmenden Cantilene und wird damit zum klanglichen Höhepunkt des Werkes. Das virtuose Schlussrondo ist ein glänzender Finalsatz, in dem Geige und Cello nicht nur mit virtuosen Passagen, sondern auch mit eindrucksvollen Melodiebögen brillieren können. Das Orchester, sicher und umsichtig geführt vom Dirigenten Markus Elsner, war bei diesem Brahms-Konzert souveräner, klug ergänzender Partner.

Dvoraks 9. Symphonie "Aus der neuen Welt" ist die populärste seiner Symphonien. Brahms rühmte Dvorak mit dem Zitat:" ich möchte aus der Haut fahren, was dem Menschen so ganz nebenbei einfällt". In der Tat ist es die Melodienfülle, die Spiegelung seiner tschechischen Heimat in den orchestralen Linien, die in jedem Satz fasziniert. Anklänge an indianische Melodien werden in eigenen Themen verarbeitet. Das bekannte, wunderbar eingängige e-moll-Thema prägt den ersten Satz.

Sensible Stimmung

Mit einer wunderschönen Melodie beginnt der zweite Satz, bei dem das Orchester diese sensible Stimmung schwelgerisch weiterentwickelt. Auch im stark rhythmisch geprägten Scherzo, von der Szene eines indianischen Festes inspiriert, kommen die gesanglichen Passagen nicht zu kurz. Im Schlusssatz entwickelt sich das energische, eindrucksvolle Eingangsthema zu einer Hommage an seine tschechische Heimat und endet mit einem strahlenden Marschthema.

Der Dirigent verstand es, mit sowohl fordernden wie unterstützenden Gestensein großes Orchester (dem ein paar mehr Geigen gutgetan hätten), zu einer eindrucksvollen Interpretation dieses grandiosen Werkes zu führen, die vom Publikum mit begeistertem Beifall honoriert wurde.

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