07.12.2018 - 09:09 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Fremdwörter als Störfaktor

Fremdwörter in unseren Texten: Bei einem Teil der Leser ist das immer wieder ein Anlass zur Kritik

Ein Fremdwörterbuch sollte man eigentlich nicht brauchen, um einen Zeitungsartikel zu verstehen.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Die Suche nach einer guten und in einen Artikel ziehenden Überschrift endet nicht immer glücklich. Und ein Titel, der einem Redakteur gefällt, kann dem Leser schnell das eine oder andere Rätsel aufgeben.

So beklagte sich dieser Tage Franz H. in einer Mail: "Sicher sind die Verfasser der Artikel der AZ viel gescheiter als mancher Leser. Doch muss man das immer unter Beweis stellen?" Als Beispiel nannte H. die Überschrift "Der König und seine Entourage". Wikipedia biete sechs Möglichkeiten an, wofür das Wort Entourage stehen könne. "Wenn ich schon das Internet zum Zeitungslesen brauche, warum brauche ich dann noch eine Zeitung?", fragte Franz H. sich abschließend.

Ich antwortete ihm Folgendes: "Sie haben durchaus Recht mit Ihrem Hinweis. Auch ich halte es für angebracht, Fremdwörter nach Möglichkeit zu vermeiden (was allerdings nicht immer funktioniert). In diesem Fall jedoch wäre es problemlos gegangen. ,Der König und sein Gefolge' beispielsweise wäre auch in Ordnung und vor allem verständlicher gewesen. Zumal es sich um einen Schützenartikel handelt, bei dem ,Entourage' doch etwas fehl am Platze erscheint. Ich werde meine Antwort auch an die beiden Chefs der Amberger Redaktion weiterleiten."

Fremdwörter - immer wieder stören sich Leser daran. Regelmäßig erreichen uns Beschwerden. So wie diese: "Mir fällt des Öfteren auf, dass in unserer Heimatzeitung Wörter verwendet werden, die für den Normalbürger unverständlich sind."

Auch (den meisten) Redakteuren ist klar: Fremdwörter können es erschweren, einen Text zu verstehen. Der Verzicht auf sie schmälert nicht die Qualität eines Artikels. Zumal man sich viele Fremdwörter ohne Weiteres sparen kann, da es dafür auch im Deutschen den passenden Begriff gibt.

Manchmal darf's aber auch die englische Variante sein, weil sie sich längst etabliert hat, weil sie eigentlich für jeden verständlich ist. Siehe "Handy" oder "online".

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