Die beiden Männer aus Tschechien sehen so aus, als kämen sie eben aus dem Bodybuilding-Studio. Doch ihnen verengen Fußfesseln den Schritt. Nun sitzen sie vor der Ersten Strafkammer des Amberger Landgerichts und stehen unter dem Verdacht, gewerbsmäßigen Drogenhandel mit Waffen betrieben zu haben.
Messer und Revolver
Im Juli letzten Jahres hatten Zollbeamte den Bauunternehmer (34) und seinen angestellten Maurergesellen (40) auf dem Rastplatz Stocker Holz an der A6 im Kreis Schwandorf festgenommen. Sie kamen aus dem tschechischen Ostrava und hatten knapp 300 Gramm Crystal Meth in drei Behältern dabei. Nicht nur das: Im Handschuhfach lag gleich neben einem scharf geschliffenen Bowie-Messer (Typ "Eisbär II") auch ein durchgebohrter Magnum-Platzpatronenrevolver, der im Internet als "Migrantenschreck" angepriesen wurde. Der Verkäufer sitzt zwischenzeitlich im Knast.
Der Maurergeselle mit Bud-Spencer-Figur ließ nun vernehmen, er sei völlig unschuldig und eigentlich nur mitgefahren, um den Arbeitgeber bei einem geplanten Autokauf in Nürnberg zu unterstützen. Das unterstrich sein Chef und ließ über Anwalt Jörg Jendricke einräumen, dass er selbst wohl "eine große Dummheit" begangen habe.
Was folgte, war eine Geschichte, die das Landgericht nun glauben soll. Partynacht in Ostrava, zufälliges Treffen des Bauunternehmers mit einem Herrn aus Albanien. "Ich fahre nach Nürnberg, um ein Auto zu kaufen", will der 34-Jährige gesagt und dann die Bitte gehört haben: "Nimm doch etwas Metamphetamin mit." Dem sei Gehör geschenkt worden. Leider.
Die Story ging weiter: Der Albaner habe sich mit knapp 300 Gramm Crystal Meth (Schwarzmarktwert: 25 000 Euro) selbst über die Grenze bemüht und die heiße Fracht am vorher vereinbarten Rastplatz Stocker Holz im Kofferraum und unter dem Fahrersitz des Bauunternehmers verstaut. 80 Kilometer vor Nürnberg, wohin die Rauschgiftportionen eigentlich sollten.
Dumm gelaufen
Kaum sei der Albaner wieder in Richtung Waidhaus aufgebrochen, habe nach wenigen Augenblicken ein Streifenwagen des Zolls vor dem Wagen gestanden und das Fahrzeug gefilzt. Dumm gelaufen und völlig überraschend. Angeblich auch für den mitfahrenden Maurergesellen, der rasch noch Crystal Meth verschlucken wollte und vorher, nach seiner Darstellung, schlief.
Großes Dealer-Kino mit drehbuchreifem Skript. Mit einem unbekannten Protagonisten aus Albanien. Die Frage ist nun, ob die Richter diesem Szenario glauben. Dabei steht vor dem zweiten Verhandlungstag an diesem Mittwoch fest: Auf Drogenhandel mit Waffen stehen mindestens fünf Jahre Gefängnis. Könnte durchaus sein, dass der Maurer und sein Chef hinter Gitter wandern.













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