10.03.2021 - 19:36 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Meinung: Initiative "Ostbayern sieht Schwarz": Man muss gemeinsam laut sein!

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Die Inzidenzzahl steigt wieder. Gerade im Grenzgebiet rückt die Öffnungsperspektive in weite Ferne. Jürgen Herda kommentiert die Initiative "Ostbayern sieht Schwarz", die sich gegen den ewigen Lockdown wehrt.

Hochgeklappte Fußgängerzonen: Ostbayern wehrt sich gegen den ewigen Lockdown.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Wir werden uns alle viel verzeihen müssen", hat Gesundheitsminister Jens Spahn mal gesagt. Und es stimmt ja: Es ist die erste Pandemie seit Generationen. Dass da nicht alles klappt, geschenkt. Andererseits: Es verzeiht sich leichter im Ministersessel und in der Chefetage eines Konzerns. Geschasste Minijobber, alleinerziehende Mütter, mittellose Selbstständige beißen die Zähne zusammen.

"Learning by doing" gilt auch für die Politik

Nach einem Jahr darf man von der Politik ein "Learning by doing" erwarten: Schnelltests müssen jetzt schnell kommen, geimpft werden sollte dort forciert, wo's brennt. Dass auch in der Pandemie nicht alles nach wissenschaftlichen Kriterien abläuft, zeigt die Priorisierung: Nach der Impfung der Risikogruppen beginnt der Lobbyismus - wer lauter schreit, hat bessere Chancen. Deshalb hat Schwandorfs Citymanager Roland Kittel nicht unrecht, wenn er fordert: "Man muss gemeinsam laut sein, sonst geht man stumm zugrunde."

Es ist ja kein überzogener Regionalpatriotismus, wenn die Initiatoren von "Ostbayern sieht Schwarz" auf die Lage an der Grenze zum Hochinzidenzland Tschechien verweisen. Es ist weder gerecht noch klug, die Region zum ewigen Lockdown zu verdammen, damit die Grenzbewohner ihre Inzidenz nach Regensburg tragen. Die Oberpfälzer brauchen eine Perspektive - und sei es nur die, als Puffer zu Westböhmen immunisiert zu werden.

Unternehmer und Politiker fordern mehr Unterstützung für die Grenzregion zu Tschechien

Cham in der Oberpfalz
Info:

Politische Initiativen aus und für Ostbayern

  • Christian Doleschal, CSU-Europa-Abgeordneter aus Brand, hat in Brüssel mit angeschoben, damit die Grenzregion 100. 000 zusätzliche Impfdosen bekommt.
  • Florian Streibl und Tobias Gotthardt (Freie Wähler im Landtag) baten in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen um mehr Impfstoff.
  • Marianne Schieder, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Schwandorf, fordert von der Staatsregierung zusätzliche Maßnahmen für die Grenzregion.
  • Petra Betz, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Gremiums Regensburg, appellierte an die Entscheider, eine faire Öffnungsperspektive für alle Branchen auf den Weg zu bringen.

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