15.10.2018 - 17:53 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Italo-Pop-Revue "Azzurro": Bella Figura auf der Vespa

Wenn am Schluss sogar noch pikante Dessous auf die Bühne zu den "Dolci Signori" geworfen werden, dann braucht es keine Worte mehr. Diese Italo-Pop-Revue war ein voller Erfolg.

Neben tollen Pop-Songs begeistert die unterhaltsame Revue „Azzurro“ im Amberger Stadttheater auch mit witzigen Italo-Klischees.
von Marielouise ScharfProfil

Um ehrlich zu sein, das war natürlich ein einstudierter Gag, wie viele andere, die die "zuckersüßen Herren" sich mit Stefan Tilch, dem Intendanten des Landestheaters Niederbayern, der auch Regie führte, ausgedacht haben. Zusammengebastelt haben sie eine Art Road-Movie-Revue. Pop- und Rock-Klassiker wie "Azzurro", "Senza una donna" oder "Gloria" pflastern ihren Weg ins gelobte Land.

Das hofft Rocky in Gelsenkirchen zu finden. Schließlich schwärmt der Nonno, der Großvater, noch heute vom großen Geld, das der Steinkohlebergbau ihm gebracht hat, damals vor vielen Jahren in Deutschland... Heute braucht Rocky viel Geld, um seine Angebetete Gloria, die nach Amerika ausgewandert ist, vor einer ungewollten Ehe mit einem Americano zu retten ... Viel mehr muss nicht erzählt werden. Jedenfalls macht sich der junge Italiener mit seiner roten Vespa auf nach Norden, trifft auf der Fahrt eine multitalentierte Deutsche mit Namen Frauke und irgendwie stößt noch sein Freund Gianni dazu. Auf geht die Reise: Ciao tutti.

Nicht nur die Handlung, auch das Bühnenbild ist reichlich schräg. Witzig, wie die Cuccina genauso wie der Dorfplatz oder die große Showbühne mit nur wenigen Kulissenwänden und Handgriffen gezaubert werden. Und das geht ratzfatz. Die Leine mit Wäschestücken hochgezogen, der Brunnen hereingeschoben, die Blinklämpchen über dem Bühnenbogen eingeschaltet, die Sonnenschirme über Tischen aufgespannt und schon ist man in einer anderen Situation.

Die "süßen Kerle" machen ihre Sache schon unglaublich gut! Die Stimme von Rocky Verardo, der den Rocky spielt, passt einfach perfekt und lässt die Besucher dahinschmelzen. Der Italo-Charme von Gianni Carrera (Gesang, Gitarre), der im Publikum auf der Suche nach einer Doppelcouch nebst Signorina ist, begeistert. Auch Michael Thomas (Schlagzeug), Richie Necker (Gitarre, Mandoline), Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass) und Bernd Meyer (Piano, Akkordeon) sind Italo-Player der Extraklasse auf ihren Instrumenten wie als Schauspieler. Sie machen eine "bella Figura" auf der Bühne, die nicht zu toppen ist. Katharina Wittenbrink als Frauke, die ein Heinotrauma mit sich herumschleppt und Johann Anzenberger, der als Mamma Maria und in vielen anderen Rollen glänzt, ergänzen das Topteam. Gemeinsam erzählen sie die ach so "tragische Geschichte von Liebe, Vespa und der Bosheit der Frauen".

Regisseur Stefan Tilch ist hier mit "I Dolci Signori" ein toller Wurf gelungen. Sie haben es geschafft, eine Revue aus weltberühmten Canzones von Luigi Dalla, Eros Ramazotti, Zucchero, Paolo Conte und vielen mehr mit einer lockeren Spielhandlung zu verbinden und mittels spielfreudiger Künstler auf die Bühne zu bringen. Dem Klischee, Italiener sehen gut aus, sind blendender Stimmung und schick angezogen, entsprach der Revue-Abend absolut. Das Zuschauervolk war begeistert vom Popolo italiano jenseits der Alpen.

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