08.08.2018 - 15:52 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Mit kubanischem Temperament

Den Auftritt der siebenköpfigen Gruppe „Son del Nene“ beim vorletzten Abend des Sommerfestivals im Innenhof der Stadtbibliothek haben sich die Amberger nicht entgehen lassen. Schließlich passt ja auch alles perfekt.

Heiße Songs an einem heißen Sommerabend erleben die Besucher des Sommerfestival mit „Son del Nene“ in der Amberger Stadtbibliothek.
von Marielouise ScharfProfil

So soll es sein beim Festival: eine tolle Gruppe, super Sommerwetter und stimmungsvolles Ambiente. Ja, es darf sogar getanzt werden, was sowohl drinnen als auch draußen ab und zu praktiziert wird.

El Nene, mit Kappe und bürgerlichem Namen Pedro Lugo Martinez, ist in der Latin-Szene eine bekannte und geschätzte Größe. Seine Musik ist authentisch, die Lieder gehen ins Ohr. Sie rufen Stimmungen auf und loten Gefühle aus, auch wenn sie spanisch gesungen werden. Lebensfreude, Liebessehnen oder Melancholie, das Publikum versteht und fühlt mit.

Die ungewöhnliche Stimme funktioniert wie eine gut geölte Maschine, die aber eben nicht Routine ausstrahlt, sondern pure Lust und Leidenschaft. Am Ende wippt sogar der Oberbürgermeister im Publikum mit. Einige Mutige geben sich dem Rhythmus hin und probieren immer neue Tanzschritte. Die Musik lässt keinen unberührt.

Danke, sagt El Nene auf deutsch. Charmant lächelt er ins Publikum, animiert mit aufmunterndem Hüftschwung zum Tanzen und beginnt verführerisch kraftvoll zu singen. Seine sechs ausgezeichneten Musiker mischen kräftig mit: Gegory Lopez (Trompete), Deivys Berroa (Bass), Armando Lahullier, Tres Cubano, Eduardo Acosta (Gitarren), Rigoberto Gonzales (Percussion) und Yoendry Ferrer (Congas). Sie sehen aus, als hätte man sie geradewegs aus einem kleinen Club der kubanischen Hauptstadt geholt, in dem die Menschen zu ihren feurigen Takten die Hüften schwingen, während sich der eine oder andere gemächlich eine Havanna anzündet. Da stehen sie, die Señores, und machen diese besondere Musik. Rhythmus ist alles beim „Son“, den sie mit Bongo, Conga, Marakas und vielen anderen typischen Instrumenten inszenieren. Für furiose Soli gibt es spontanen Applaus.

Authentisch lateinamerikanisch ist die Atmosphäre nicht nur auf der Bühne: Jenseits der Scheinwerfer tanzt die attraktive Kubanerin Neryda einen son, der von der Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Offenheit der Kubaner inspiriert ist. Stefan aus München erzählt, dass er für das Konzert extra nach Amberg gereist sei, und Tourmanager Achim schwärmt von den sympathischen Musikern, mit denen er seit Mai unterwegs ist. Deutschland, Österreich und Schweiz sind die letzten Stationen, bis schließlich Ende August in Berlin die erfolgreiche Tour endet. Natürlich schwappt die Musik weit über den Zaun bis zur Vils, wo etliche Spaziergänger verweilen und sich vom Rhythmus und der guten Laune anstecken lassen. Und sonst? Ein wunderbarer Abend.

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