22.09.2019 - 13:10 Uhr
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Saisoneröffnungskonzert in Amberg: Klotzen statt kleckern

Mit knapp 50 ausgezeichneten Musikern reiste das Philharmonische Orchester Regensburg mit Maestro Chin-Chao Lin an. Als Solistin brillierte Mezzosopranistin Vera Semieniuk. Das Konzertpublikum war begeistert.

Das Philharmonische Orchester Regensburg im Amberger Stadttheater. Dirigent: Chin-Chao Lin.
von Marielouise ScharfProfil

Gut besucht präsentiert sich das Amberger Stadttheater am Samstagabend zur Auftaktveranstaltung der Konzertreihe. Herausgeputzt ist auch die Bühne mit verschwenderisch-prächtigen weißen Orchiedeen-Arrangements mit Farn und gelben Farbtupfern. Getoppt wird das Bild vom Auftritt der Musiker - im eleganten Frack die Herren und festlich-elegant die Damen. Im Gepäck haben sie ein romantisch-glanzvolles Programm mit Kompositionen von Carl Maria von Weber, Franz Schubert, Richard Wagner und Johannes Brahms.

Mit der Ouvertüre zu „Der Freischütz“ eröffnet das Orchester. In bunten Klangfarben zeichnen die Instrumente die unterschiedlichen Stimmungen. Von geisterhaft gruselig zu jubelnd erlöst wechselt der Ton und verändert sich die Lautstärke. Sofort ist der Kontakt zum Publikum hergestellt. Seit der Spielzeit 2018/19 bekleidet Dirigent Chin-Chao Lin den Posten des Generalmusikdirektors am Theater Regensburg. Aber nicht wie ein General lenkt er seine Musikertruppe, eher wie ein geschmeidiger Tänzer, elegant und graziös gibt er den Takt vor. Mit leichten Finger- und Handbewegungen dehnt er die Klänge, um sie wohlüberlegt wieder zu bündeln. Er reguliert, akzentuiert und inspiriert seine hochqualifizierten Musiker.

Das Philharmonische Orchester Regensburg im Amberger Stadttheater. Dirigent: Chin-Chao Lin.

Sehr einfühlsam webt er den Tonteppich für Schuberts berühmte Lieder in unterschiedlichen Orchesterbearbeitungen. Eine Freude, wie Vera Semieniuk mit weicher Samtstimme singt. Scheinbar mühelos wechselt sie die Gefühlsmuster von sehnsüchtig verliebt („Gretchen am Spinnrad“ – Orchestrierung: Max Reger) zu dahinplätschernd munter und frisch („Die Forelle“ – Orchestrierung: Benjamin Britten) oder spannend-gruselig („Erlkönig“ – Orchestrierung: Hector Berlioz). Beifallssturm aus dem Publikum – Zugabe – Pause.

Dann steht der große Musikdramatiker Wagner auf dem Programm. Nicht bombastisch, wie man ihn kennt. Im "Siegfried-Idyll" gibt er sich eher intim und liebevoll. Wie im Programmheft zu lesen, ist dies eine musikalische Liebeserklärung und ein Geburtstagsgeschenk für seine Frau Cosima. Zärtlich die Streicherklänge, freudig die Hornrufe und Vogelstimmen – so würdigt das Orchester die großartige kompositorische Leistung Wagners. Zum Schluss glänzen die Musiker mit Brahms' „Variationen über ein Thema von Haydn“. Die unterschiedlichen Details, die kunstvollen Wendungen von geisterhaft wild bis nebelhaft verschwommen, das immer wieder veränderte Thema, der Farbenwechsel von Dur nach Moll, für Dirigent Lin und sein Orchester kein Problem. Im Gegenteil! Dieser besondere Eröffnungsabend endete mit einer Zugabe und langem Applaus.

Vorschau auf die Saison im Stadttheater Amberg

Amberg

Das Philharmonische Orchester Regensburg

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