Ihre märchenhafte Schwanenseeinszenierung beeindruckt mit tänzerischer Hochleistung, üppigen Bildern und einer für die Ewigkeit bestimmten Musik. Originalgetreu, ohne jegliche Experimente oder tiefenpsychologische Deutungen erzählen die Tänzer das Märchen, wie es schöner nicht sein kann! Hinter der romantischen Verkleidung, hinter der weiß gewandeten choreografischen und ästhetischen Schönheit verbirgt sich die Sehnsucht nach Liebe. Diese sucht der Prinz, der nach Wunsch der Mutter heiraten soll. Aber er will keine der jungen, hübschen Damen, die ihm beim Geburtstagsfest vorgestellt werden. Er hat sich längst verliebt – in einen Schwan.
Das Weiß der Schwäne und das Schwarz des bösen Zauberers kennzeichnen die Inszenierung. Sie ist geprägt vom Können, der Professionalität und Leidenschaft seiner enthusiastischen und begnadeten Künstler. Die schwierigen Passagen, die jeder kennt, nämlich die kleinen Schwäne und die berühmten 32 Pirouetten des Schwarzen Schwans werden perfekt gezeigt und erhalten Applaus.
Ob Schlosspark oder Seeufer - das filigrane Bühnenbild zeichnet auf leichter Gaze die passende Szenerie. Vor Schwanenflügelambiente schafft sich Primaballerina Sofia Gawrjuschina (Amberger Besetzung) ihre tänzerische Aura. In der Doppelrolle der Odette/Odilie offenbart sie sich als eine Tänzerin der Extraklasse. Zum Hinknien schön, wie sie die fein nuancierte Stimmungswechsel von Liebe, Angst und Verzweiflung in Bewegungen übersetzt. Die gestochene Präzision, die geniale Geschmeidigkeit, die kalkulierte Klarheit der Gestik packt. Die Pirouetten unnachahmlich. Siegfried, der Prinz, (in Amberg: Sergej Bikbulatow) steht ihr in Nichts nach. Hohe Sprünge, kraftvolle Kombinationen, starke Hebefiguren hat ihm der Choreograph verordnet. Er kann alles! Die Pas de Deuxs sind rund und weich, die Soloteile artistisch-tänzerische Kostbarkeiten.
Nicht nur bei den beiden Hauptfiguren, auch die weiteren Rollen, wie zum Beispiel der Hofnarr oder der Zauberer Rotbart, bestechen mit unbändiger Tanz- und Sprungfreude. Die Virtuosität der Truppe und die tänzerische Qualität überzeugen bei „Mazurka“, „Spanischer und Neapolitanischem Tanz“. Und in den ganz großen und unvergesslich schönen Bildern mit den Schwanenmädchen lässt sich richtig schwelgen.
Für sie rollt der Komponist den schönsten Melodienteppich aus und der Choreograph lässt sich die wundervollsten Schritte und Reigen einfallen. Wenn sie ihren Auftritt haben, dann vibriert die Luft, dann bebt die Seele. Soviel Anmut und Schönheit, Grazie und Eleganz ist wie ein Traum. Und traumhaft schön bebildert das Corps de Ballet diese feinen Sentenzen.
Der Tanz klassisch, Kostüme und Masken attraktiv, die Bühnenausleuchtung gelungen – nur die Musikeinspielung nicht immer gut reguliert - insgesamt ein gelungener Abend, der vom Publikum mit viel Szenen- und Schlussapplaus bejubelt wird.



















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