15.11.2019 - 16:43 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Sibler begeistert sich für Ambergs OTH-Projekte

"Zwei wunderbare Termine" hat Wissenschaftsminister Bernd Sibler an der OTH Amberg absolviert: Das eine Projekt betrachtet er als praktische Lösung gegen den Klimawandel. Das andere befördert den Wissenstransfer in die Wirtschaft.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) hat bei einem Besuch der OTH Amberg-Weiden viel zu geben.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Die "Energieeffiziente Aufbereitung von Medizinprodukten" klingt nicht gerade nach Fridays for Future. Und dennoch: "Wenn wir es in allen Bereichen, wie der hochenergetischen Abtötung von Bakterien, schaffen, Energie einzusparen, ist das ein Beitrag zum Klimaschutz." Optimieren durch Technik, lautet Siblers positive Vision. "Ich freue mich, dass die Bayerische Forschungsstiftung das Projekt des Kompetenzzentrums Kraft-Wärme-Kopplung der OTH Amberg mit rund 295 000 Euro fördert."

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Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien schildert der 48-jährige Straubinger seinen persönlichen Forschungsansatz: "Beim anderen Projekt zur Studienforschung geht es um den Wissenstransfer von der Hochschule zu den Unternehmen", erklärt der CSU-Politiker. "Viele behaupten, sie vernetzen alles mit allem - hier stimmt es aber auch." Deshalb halte er viel davon, sich "die Dinge vor Ort anzusehen".

Stockender Motor

Gerade weil der Konjunkturmotor etwas ins Stocken gerate - "in Oberfranken zeichnet es sich schon bei der Zulieferindustrie ab" -, sei die High-tech-Offensive der Staatsregierung der richtige Aufschlag: "Die Automobilindustrie gerät unter Druck, das ist unsere bayerische Antwort." Dass dabei im Ergebnis zwei Milliarden Euro Förderung herausspringen, verdanke man der großen Begeisterung des Ministerpräsidenten für die Zukunftstechnologien, die die Hochschulen Markus Söder vermitteln konnten.

Autonomes Fahren, Energiewende, Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz - aus Sicht Siblers alles Schlüsseltechnologien, die für den Standort Bayern entscheidend sind: "Einen besonderen Stellenwert räume ich der KI ein", erzählt der Minister von der strategischen Israelreise mit Vertretern bayerischer Hochschulen - darunter auch OTH-Präsidentin Andrea Klug: "Israel ist bei der Digitalisierung die Nummer 3 nach den USA und China, wir können da nur profitieren." Die Klimaforschung sei ein weiterer zentraler Punkt, bei dem es gelte, die Begeisterung der "Fridays for Future"-Generation in konstruktive Bahnen zu lenken. "Und beim Autonomen Fahren ist Professor Alfred Höß von der OTH Amberg, den wir kürzlich zu einer Präsentation einluden, ja auch ganz vorne mit dabei."

Leistungsfähige OTH

Überhaupt halte er den Doppelstandort Amberg-Weiden für eine sehr leistungsfähige Technische Hochschule: "Sie kann sich in vielen Bereichen messen." Deshalb habe man im Doppelhaushalt den Digitalen Campus mit 300 neuen Studienplätzen für Amberg und Weiden vorgesehen. "Und beim KI-Wettbewerb um 50 Professuren kann sich die OTH auch beteiligen."

Der Spagat zwischen Exzellenzforschung auf MIT-Niveau und Regionalproporz sei übrigens kein Widerspruch, wie Sibler findet: "Wir haben es in Bayern immer geschafft, Breite und Spitze zu fördern." Man brauche international anerkannte Spitzenforschung in den Zentren, aber auch Hochschulen in der Fläche: "Das ist auch ein Stück Bildungsgerechtigkeit, wenn wir vor Ort Begabungsreserven mobilisieren." Und strukturpolitisch ermögliche man regionaler Unternehmen, sich zu entwickeln: "Sie bekommen durch die HAW qualifiziertes Fachpersonal am Standort."

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