17.11.2019 - 10:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Wissenschaftsminister Sibler überreicht 295.000 Euro an OTH-Projekt

Das sterile Reinigen von medizinischem Besteck verbraucht enorm Energie. Am OTH-Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung sucht man Wege, das zu reduzieren. Dafür überreichte Wissenschaftsminister Sibler nun eine Förderung von 295.000 Euro.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (Vierter von links) hatte einen Förderbescheid der Bayerischen Forschungsstiftung bei seinem OTH-Besuch in Höhe von 295.000 Euro dabei.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Die zentrale Frage des Forschungsprojekts am Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Amberg lautet: Wie kann der Energiebedarf zur Aufbereitung von medizinischen Produkten verringert werden - ohne, dass dabei Hygiene-Standards unterschritten werden? Das Besondere an diesem Thema ist: Für Forschung und Lehre zeichnet die OTH verantwortlich, aus der Wirtschaft sitzen die Firmen Speckpumpen aus Roth in Mittelfranken und die MMM-Group aus München im Boot.

Energieeffizienz und Ressourcenverbrauch im Fokus

„Energieeffizienz und Ressourcenverbrauch sind entscheidende Themen, die uns alle beschäftigen", erklärte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bei seinem Besuch in der OTH. "Das zeigt die aktuelle gesellschaftliche Diskussion ganz deutlich. Wissenschaft und Forschung sind daher umso mehr gefordert, Antworten auf die Fragen zu finden, die uns heute und in Zukunft betreffen." Aus diesem Grund hatte der Minister einen Förderbescheid der Bayerischen Forschungsstiftung in Höhe von 295.000 Euro dabei. Die Hausherrin, OTH-Präsidentin Andrea Klug, freute sich, dass damit erneut das Kompetenzzentrum unterstützt wurde.

Amberg

"Ein Blick in die Vergangenheit der OTH zeigt, dass wir beim Thema Energie Vorreiter sind und waren", sagte Klug. "Bei aller Oberpfälzer Bescheidenheit." Die Hochschule habe sich bereits damit beschäftigt, als in der Gesellschaft die Bereiche Energieeffizienz und Ressourcenverbrauch noch nicht allgegenwärtig waren. "Es freut mich vor allem auch, weil damit unsere interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Arbeit ausgezeichnet wird." Konkret kooperieren hier die Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik sowie das Institut für Medizintechnik. "Mit ihrem neuen Projekt wird die OTH Fortschritt und Innovation auf dem Gebiet des Ressourcen- und Klimaschutzes ganz konkret mitgestalten", lobte Sibler.

Verbrauch um die Hälfte reduzieren

In diesem Fall geht es darum, dass ein mittelgroßes Krankenhaus allein durch die Aufbereitung von Medizinprodukten rund 660.000 Kilowatt an elektrischer Energie jährlich benötigt. "Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 200 durchschnittlichen Haushalten eines Dorfes", erläuterte Projektleiter Professor Stefan Beer. Durch Verbesserungen der Prozesse und dem Einsatz von Hochtemperaturwärmepumpen und eines angepassten Energiemanagements solle das Projekt dazu beitragen, den Bedarf auf mindestens die Hälfte herabzusetzen, erklärte Beer das Ziel.

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