31.08.2018 - 09:06 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Unter Strom: Oberpfälzer DAV-Hütten setzen auf E-Bikes

E-Bikes spalten den Deutschen Alpenverein. Die Münchener Sektion will keine Ladestationen für Akkus auf ihren Hütten. Wie sieht es auf den Hütten der Nordoberpfälzer DAV-Sektionen aus?

Fahrräder und die Weidener Hütte gehören zusammen. In letzter Zeit stehen aber immer mehr E-Bikes vor der Hütte in den Tuxer Alpen.
von Julian Trager Kontakt Profil

Für die einen ist es die Chance, auch mal ins Paradies in den Bergen zu gelangen - für die anderen ist es die Hölle, so kurz vor dem Himmel: Das E-Bike bleibt ein Diskussionsthema, vor allem in den Alpen. Die Münchener Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, dass auf ihren Hütten keine Ladestationen für E-Bike-Akkus eingerichtet werden. Die Sektion, mit knapp 140 000 Mitgliedern eine der größten in Deutschland, möchte ein Zeichen setzen gegen den Trend. Man wolle den Besucherandrang auf den Hütten und in den Bergen eindämmen. Rauf sollen vor allem diejenigen, die das auch alleine schaffen - nur mit Muskelkraft, ohne elektrische Hilfe.

Das sehen nicht alle so. Auf den DAV-Hütten der Oberpfälzer Sektionen Amberg, Weiden und Karlsbad (Tirschenreuth) sind Radlfahrer mit elektrischen Antrieb genauso willkommen wie Sportler mit klassischen Mountainbikes oder Wanderer. "Das ist doch logisch, das ist ja unser Geschäft", sagt Thomas Hussl, Hüttenwirt der Weidener Hütte in den Tuxer Alpen. Dort gibt es schon lange eine Ladestation für E-Bike-Akkus, "da war das noch gar nicht aktuell". Das zahlt sich jetzt aus. Jeden Tag werde die Station mehrmals benutzt. Jeder dürfe seinen Akku aufladen, kostenlos. Auf der Weidener Hütte können die Gäste sogar E-Bike-Akkus ausleihen. "Das ist ein Service für den Gast", sagt Hussl über sein Angebot, das von der Sektion genehmigt ist. Man müsse mit der Zeit und dem Trend gehen. Und der geht halt Richtung E-Bikes, im vergangen Jahr wurden 720 000 elektrische Fahrräder verkauft, davon immer mehr Mountainbikes. Was nicht schlimm sei, denn: "Nicht jeder kommt mit einem normalen Fahrrad hier rauf." Die Weidener Hütte liegt auf 1799 Metern Höhe. Und auf einer Transalp-Strecke, die immer mehr Menschen mit E-Bikes bewältigen. Hussl erzählt von einem erheblichen Anstieg von E-Bikes, die vor seiner Hütte abgestellt werden. Probleme mit der Stromversorgung hat die Hütte der Sektion Weiden nicht, auch wenn immer mehr Akkus aufgeladen werden. "Wir haben ein eigenes Wasserkraftwerk, da fällt das nicht ins Gewicht."

Das gleiche erzählt auch Lydia Gstrein, Hüttenwirtin der Amberger Hütte. Auch sie berichtet von Gästen, die immer öfter mit dem E-Bike anreisen. "Das ist super, das belebt das Tagesgeschäft." Bisher habe man nur sehr gute Erfahrungen mit E-Bike-Fahrern gehabt. Seit kurzem bietet die Hütte im Ötztal Ladestationen für Akkus an. "Die Leute nutzen das gerne", sagt Gstrein.

Auf der Karlsbaderhütte von der Tirschenreuther DAV-Sektion gibt es solche Lademöglichkeiten nicht. Aber nicht, weil die Sektion keine Radler mit elektrischen Antrieb auf der Hütte haben möchte - die sind freilich erwünscht. Sondern: "Der Strom ist bei uns knapp", sagt Hüttenwirtin Edith Teubler. "Wir müssen den Strom vor Ort selbst herstellen. Mit einem Aggregat, das eher zu klein ist für die große Hütte." Macht aber nichts. "Das ist kein Handicap", sagt Teubler. "Eine Ladestation ist hier zu Hundert Prozent nicht notwendig." Von der Hütte aus gehe es nämlich nur noch bergab - und dafür bräuchten selbst unsportlichere Menschen keinen aufgeladenen Akku für ihr elektrisches Radl.

Der Trend bei E-Bikes geht immer mehr in den sportlichen Bereich. Auf den Hütten der Deutschen Alpenvereine kommen vermehrt Gäste an, die den Berg mit einem Mountainbike mit Motor erklommen haben.

Die Karlsbaderhütte in den Lienzer Dolomiten ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radlfahrer - mit und ohne Motorkraft.

Immer mehr E-Bikes: Der Trend stellt auch Hersteller und Zulieferer vor Probleme

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