02.12.2019 - 16:05 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Süßer die Glocken nie klingen

Adventskonzert mit dem Regensburger Kammerchor in der Dreifaltigkeitskirche Amberg

Breit im Altarraum der Dreifaltigkeitskirche aufgestellt, präsentierte der Regensburger Kammerchor unter Leitung von Angelika Achter ein stimmungsvolles, adventliches Konzert "Süßer die Glocken nie klingen". Auch die Besucher durften in das Lied mit einstimmen.
von Marielouise ScharfProfil

Ein Bimmeln und Klingeln in allen Tonschattierungen wogte am 1. Adventssonntag durch das stimmungsvoll erleuchtete Kirchenschiff des Amberger Dreifaltigkeitsgotteshauses. Zum festlichen Konzert „Süßer die Glocken nie klingen“ hatte der Kammerchor Regensburg eingeladen und sehr viele Besucher waren gekommen.

Durch 500 Jahre Musikgeschichte erklangen die musikalischen Glockenkompositionen aus der ganzen Welt. 22 kleine, sehr feine und fantastisch interpretierte Lieder standen auf dem Programm: Unterschiedliche Stilrichtungen von Klassik bis Volksmusik und von modern bis traditionell. Mit Sopran- und Alt-, Tenor- und Bassstimme gelang den 40 Sängern eine einfühlsame Übersetzung von unterschiedlichen Glockenliedinterpretationen aus Italien, England, USA, Ukraine und natürlich Deutschland. Überall ist die Sprache der Glocken verständlich, gibt Stimmungen wider und lädt zur Besinnung ein.

Wirklich beeindruckend wie der Regensburger Kammerchor sich präsentierte und ebenso beeindruckend die Leiterin Angelika Achter. Hoch emotional, diszipliniert und technisch brillant der Gesang und geradezu lautmalerisch das Dirigat. Jeder Ton, jede Silbe betont die aus St. Petersburg stammende Dirigentin mit eindringlichen, ja tänzerisch anmutenden Bewegungen. Sie nimmt die Sänger mit, lenkt und leitet anmutig, aber bestimmt und formt daraus einen eleganten, homogenen Klangkörper. Das hat ganz große Klasse.

Die glockenhellen Frauenstimmen korrespondieren mit dem mächtigen Volumen der Männer und klingen in langen Bögen aus. Auch die wechselnden Stimmungen von Moll nach Dur, vom fröhlichen Dingdong zum dunkel gefärbten Bimbam, von Piano zu Forte skizziert der Chor, zum Teil ergänzt mit hörenswerten Soli, perfekt. Stilsicher und individuell aufbereitet geht es vom „Geläut zu Speyer“ (Ludwig Senftl) und „Schäfers Sonntagslied“ (Matthias Beckert) zum „Christmas Lullaby“ (Andrea Figallo) oder „Ding-e-ling ding, it’s Christmas“ (Björn Mummert).

Das Publikum war begeistert von den gesanglichen Leistungen, auch von der sehr guten Akustik wie in einem Konzertsaal und von der interessanten, auch ungewöhnlichen Auswahl der Lieder, die sich wohltuend vom sonst üblichen Programm in der „staden Zeit“ unterschied. Sehr viel Beifall, drei Zugaben, ein stimmiges Konzert zur Eröffnung der Adventszeit.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.