19.03.2019 - 16:35 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Viel Blech und feine Töne

Mit einer Mischung aus musikalischer Klasse, Spielfreude, toller Interaktion mit dem Publikum und großem Facettenreichtum sorgt "Bozen Brass" dafür, dass ihr Konzert im Rathaussaal Amberg ein umjubelter Erfolg wird.

Mit einer Mischung aus musikalischer Klasse, Spielfreude, toller Interaktion mit dem Publikum und großem Facettenreichtum sorgte "Bozen Brass" dafür, dass ihr Konzert im Rathaussaal Amberg ein umjubelter Erfolg wurde.
von Helmut FischerProfil

Amberg.Sie haben "ihr" Publikum sofort "im Griff", die sechs Musiker der Band "Bozen Brass". Schon ihr Outfit erzeugt den besonderen "Aha"-Effekt. In papageienbunter Kleidung, auf der symbolisiert die Wappen europäischer Länder angedeutet schienen, sind sie schon von der Optik her ein Hingucker.

Und die Vorschau hatte nicht zu viel versprochen: Ihre Musik passt in keine Schublade. Ihr Repertoire reicht von Dowland bis Sting, von Barock bis zum Blues, von Paganini bis zum Musical, von Smetana bis zu Elvis Presley, Abba und Modern Talking. Und so ganz selbstverständlich streuen die sechs Südtiroler auch überraschende alpenländische Polka und bodenständige Wirtshausmusik in ihr Programm ein. Das erfolgt mit einer virtuosen Brillanz und einem Zusammenspiel, das euphorischen Beifall bewirkt.

Raffinierte Arrangements

Es sind exzellente Musiker, die dieses Ensemble zur Hochform führen. Norbert Fink (Horn), Manuel Goller (Trompete) Robert Neumair, der "Tausendsassa" der Band (Arrangements, Trompete, Akkordeon und andere diverse Instrumente) Toni Pichler (Tuba), Martin Psaier (Posaune) und Anton Ludwig Wilhalm bilden eine Einheit, die sich nicht nur im musikalischen Zusammenspiel beweist, sondern auch in der ausgeklügelten Show, der ständigen Kontaktaufnahme mit dem Publikum, und die so manche Überraschungen präsentiert. Smetanas berühmte "Moldau" wird "vom Blech" und Akkordeon in einer unglaublichen Eleganz und virtuoser Leichtigkeit geboten, singend präsentieren sich die "Bozener" mit einem toll gesungenen Lied von Dowland, und als übergangsloses "Kontrastprogramm" erklingt ein Country-Song aus Nashville, bei dem sich die Akteure mit Cowboy-Hüten darstellen. Alles in originellen, raffinierten, eigens "produzierten" Arrangements, die allen Instrumenten Raum gaben, Schwung haben und faszinieren.

Paganini und Elvis Presley

Da erscheint Martin Psaier als kecke "Mary Poppins" auf der Bühne, um die hinreißend präsentierten "Chim chim cheree" und "Supercalifragilistic" optisch zu autorisieren, da kommt Paganini höchstselbst (Toni Pichler) und eine Paganini-Suite wird in Atem-beraubender Virtuosität realisiert, selbst "King Elvis" lässt es sich nicht nehmen und rockt (stimmlich etwas angeschlagen) die Show. Das Ganze erfolgt auch darstellerisch in einer kreativen, auf komödiantische Effekte ausgelegten Choreographie, die fesselt und keinen Leerlauf aufkommen lässt. Die legendäre Hit-Parade von Dieter Thomas Heck feiert ihre Wiederentdeckung mit einem Medley, in dem Abba und Modern Talking in tollem Sound zum Klingen kamen und selbst "ein bisschen Frieden" von Nicole wurde in einem Arrangement neu interpretiert.

Bei Songs von Sting zeigen die "Bozener" erneut, was sie stimmlich "drauf" hatten und wie gut sie auch da harmonieren. Der "Englishman in New York" wurde vom "Tausendsassa" Robert regelrecht zelebriert, mit dem Refrain a-capella von allen gesungen, nur von der Tuba begleitet, eine ganz große Nummer. Ohne Zugabe durften "Bozen Brass" nicht gehen. Mit zwei einfach fantastisch gespielten alpenländischen Polkas verabschiedeten sich die sechs Vollblutmusiker am Schluss einer mitreißenden Show.

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