11.02.2019 - 13:42 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Zeitreise in die Siebziger

Leuchtende Augen, leuchtende Handys, leuchtende Superhits am laufenden Band. Super-Abba macht’s möglich.

Der Super-Abba-Abend im ACC überzeugte mit sechs guten Musikern, tollen Lichteffekten, professioneller Bühnenshow und unvergesslichen Hits, die auch heute noch jeder kennt.
von Marielouise ScharfProfil

Volles Rohr von Anfang an! Sowohl die Lautsprecher als auch die Begeisterungsbeschallung durch die Besucher laufen auf Hochtouren. Klatschen erlaubt, tanzen auch - schon vom ersten Ton an geht die Post ab. Welch ein Glück, dass sich 1972 im fernen Schweden die begnadeten Musiker und Soundtüftler Benny Andersson und Björn Ulvaeus mit ihren Ehefrauen, die ebenfalls erfolgreichen Sängerinnen Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog zur Pop-Gruppe Abba zusammenfanden. Zwei Jahre später, 1974, gewannen sie mit „Waterloo“ den 19. „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ in Brighton. Der Grundstein für eine Weltkarriere war gelegt.

Und mit "Waterloo" beginnt auch das Live-Konzert in Amberg. Wie am Fließband rollen Hit an Hit vorbei: Der Klassiker „Money, Money“ aus der Welt der Schönen und Reichen darf ebenso wenig fehlen wie der mitgesungene Refrain „It’s the rich men’s world“ oder „Voulez-Vous“ und „Honey, Honey“. Zur gefühlvollen Ballade „Fernando“ schwingt das begeistert mitsummende Publikum die Taschenlampen-Handys durch die Luft.

Frida stöckelt auf hohen Plateaustiefeln und mit Zipfelrock über die Bühne. Dann darf Agnetha mit blauem Häkelhäubchen über dem blonden Haar ans Mikrophon. Mit „The Winner Takes It All“ erinnert sie gefühlvoll an die Trennung von Björn. Die zwei Sängerinnen harmonieren stimmlich perfekt.

Superstimmung bei Super-Abba, wo das Programm mit „Super Trouper“ nahtlos fortgesetzt wird. Die Coverband animiert wacker, das Publikum geht willig mit. „Bei uns in Schweden stehen wir auf zum Tanzen“, und schon sind (fast) alle im Saal auf den Beinen und schwingen die Hüften. Natürlich nicht so gekonnt wie die Abba-Girls, die mit einstudierten Bewegungen und in Kostümen im Stil der Popgruppe agieren. Die Männerdoubles verschanzen sich hinter Sterngitarre und Tasteninstrument, singen im Chor mit und moderieren ab und zu.

Wie viele Hits Abba hat, wird einem einmal mehr an diesem Abend bewusst. Auch wie einmalig und besonders die Vier waren! Die Coverband-Super-Abba hat sich bemüht, ist in Kostüme geschlüpft, die nicht annähernd so ausgefallen sind, wie erwartet, hat Bewegungen einstudiert, die an das Original erinnern, und hat für gute Stimmung gesorgt, die in der Ode an die Musik „Thank you for the Music“ gipfelt. Insgesamt aber fehlt es etwas an Spritzigkeit, Improvisation und Authentizität, um wirklich die Funken sprühen zu lassen. So wirkt manche Nummer beinahe zu professionell, zu perfekt abgeliefert.

Insgesamt kommen die Fans der schwedischen Kultband jedoch auf ihre Kosten, singen und klatschen begeistert mit und bedanken sich nach jedem Song und besonders am Schluss des Abends mit orkanartigem Applaus.

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