Regeln für das WM-Fieber

Endlich ist es so weit: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland beginnt. Das bedeutet auch: Public-Viewings, Autokorsos und unzählige Fanartikel. Doch, was ist eigentlich erlaubt?

Public Viewing ist während der WM immer ein großes Thema
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

(msh/dpa) Russland und Saudi-Arabien treffen am Donnerstag um 17 Uhr im Eröffnungsspiel aufeinander. Am Sonntag, 17. Juni, startet dann die deutsche Mannschaft in das Turnier.

  • Für offizielle Public-Viewing-Veranstaltungen ist die Nachtruhe angepasst worden. Die Fan-Feste auf Großleinwand dürfen auch über 22 Uhr hinaus abgehalten werden. Das gilt aber nicht für die private WM-Party im Wohnzimmer. Hier gilt die Nachtruhe.
  • Autokorsos dürften spätestens ab dem Erreichen des Achtelfinales wieder ein Thema werden. Laut Straßenverkehrsordnung müssen sie angemeldet werden: „Veranstaltungen, für die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch genommen werden, bedürfen der Erlaubnis.“ In der Vergangenheit hat die Polizei da aber oft ein Auge zugedrückt. Das ist auch beim Hupen der Fall, selbst wenn es streng genommen nicht erlaubt ist.
  • Wie steht es um Fanartikel am Auto? Fahnen oder sogenannte Car-Bikinis? So lange sie die anderen Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtigen oder das eigene Fahrzeug verkehrsuntauglich machen, sind sie erlaubt. Das bedeutet im Klartext: Lichter, Blinker und Seitenspiegel dürfen nicht verdeckt werden. Und vor der Fahrt zu kontrollieren, ob die Fähnchen auch halten, schadet nicht.
  • Und wie sieht es mit Fahnen und Fanartikel im Garten oder am Balkon aus? Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Fan-Utensilien sicher angebracht sind und sich nicht beim kleinsten Windstoß verabschieden. Kritisch wird es auch, wenn mit den Fahnen politische Botschaften verbreitet werden. Das hat dann aber auch nichts mit Fußball zu tun. Sollte es nötig sein die Fahnen mit einer Halterung an der Hauswand zu befestigen, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Die Fenster des Nachbarn dürfen die wehenden Fahnen aber nicht verdecken.
  • Fußballschauen während der Arbeitszeit? In Russland werden viele Partien in der Gruppenphase schon am Nachmittag, etwa um 14 Uhr, angepfiffen. Wer sich die Spiele auch während der Arbeitszeit nicht entgehen lassen will, spricht das jedenfalls am besten mit seinem Vorgesetzten ab: Erst im Januar entschied das Arbeitsgericht Köln, dass Arbeitgeber ihre Angestellten auch wegen weniger Sekunden unerlaubten Fußballschauens abmahnen dürfen. Wenn der Chef selbst Fan ist, steigen die Chancen.

Im Grunde ist es ganz einfach: Fußball setzt keine Gesetze außer Kraft. Wenn sich alle daran halten, steht einem fröhlichen Fanfest nicht mehr entgegen.

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