08.09.2020 - 16:11 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Bars und Kneipen in Bayern dürfen nach Corona-Pause wieder öffnen

Darauf haben haben Wirte und Nachteulen seit Monaten gewartet: In Bayern dürfen ab übernächstem Samstag wieder die Kneipen öffnen. So gesellig wie vor Corona wird es aber vorerst nicht werden.

Markus Söder kommt nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts zu einer Pressekonferenz und trägt Mund-Nasen-Schutz.
von Jürgen UmlauftProfil

München. (jum) Ab dem 19. September dürfen in Bayern die Kneipen und Schankwirtschaften wieder öffnen. Für sie gelten dann aber die gleichen strengen Hygienevorgaben wie für die Speisegastronomie. Konkret bedeutet das, dass eine Bedienung nur an Tischen erfolgt, jenseits der Tische eine Maskenpflicht besteht und die Gäste sich registrieren lassen müssen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die Lockerung mit den positiven Erfahrungen aus der Speisegastronomie, betonte aber auch, dass damit die "klassische Kneipe" noch nicht wieder Realität werde. "Am Tresen rumlümmeln wird es nicht geben", stellte er klar.

Damit die Gäste nicht gegen laute Musik anschreien müssen und sich dadurch das Infektionsrisiko erhöht, ist in geschlossenen Räumen nur Hintergrundmusik erlaubt. Es besteht ein Tanzverbot. Zudem wurden die örtlichen Behörden ermächtigt, sowohl in Speise- als auch in Schankwirtschaften ab 23 Uhr ein Alkoholverbot zu verhängen, sollte in der Stadt oder dem Landkreis in der Summe der vergangenen sieben Tage die Zahl von 50 Corona-Infizierten je 100.000 Einwohner überstiegen werden. Betroffen davon wären in Bayern aktuell die Städte Landshut, Memmingen und Rosenheim.

Für Diskotheken und Clubs gibt es dagegen weiterhin keine Öffnungsperspektive. "Das ist leider nicht möglich", sagte Söder. Dort könnten realistisch keine Mindestabstände eingehalten werden, die im Regelfall ausgelassene Stimmung stehe einem vernunftgesteuerten und umsichtigen Verhalten der Gäste entgegen. Clubs und Diskos könnten nach Söders Einschätzung deshalb zu "Infektionsbomben" werden. Dafür sind ab dem 19. September Kongresse erlaubt, wenn es für die Teilnehmer feste zugewiesene Sitzplätze gibt und je zehn Quadratmeter zu eine Person zugelassen ist.

Für die am Samstag geplante Großdemonstration gegen die Corona-Einschränkungen in München kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein massives Polizeiaufgebot an. Man wolle das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit schützen, aber auch auf die Einhaltung von Regeln wie der Maskenpflicht achten. Für öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel gilt diese ab dem 9. September in ganz Bayern ab einer Teilnehmerzahl von 200. "Wer sich nicht an die geltenden Rechtsregeln hält, muss damit rechnen, dass seine Veranstaltung nicht fortgesetzt werden kann", drohte Herrmann mit der Auflösung von Demonstrationen.

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