München
27.06.2022 - 15:11 Uhr

Bausparen boomt in Bayern

Wegen der steigenden Zinsen erlebt das Bausparen in Bayern gerade einen Boom. Die Landesbausparkasse LBS steht vor einem Rekordjahr, an dessen Ende die Fusion mit der LBS Süd-West stehen könnte.

Wegen der steigenden Zinsen gibt es derzeit eine hohe Nachfrage nach Bausparverträgen in Bayern. Symbolbild: Christin Klose/dpa
Wegen der steigenden Zinsen gibt es derzeit eine hohe Nachfrage nach Bausparverträgen in Bayern.

Nach einem schwachen Geschäftsjahr 2021 profitiert die Landesbausparkasse LBS aktuell wegen der stetig steigenden Zinsen von einer hohen Nachfrage nach Bausparverträgen. Von Januar bis Ende Mai schloss das Institut 46.621 neue Kontrakte mit einem Gesamtvolumen von 3,76 Milliarden Euro ab. Zahlenmäßig ist das ein Zuwachs um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wertmäßig sogar um knapp 80 Prozent. Die Daten liegen damit sogar über dem bisherigen Rekordjahr 2019. "Bausparen läuft gerade richtig gut", erklärte LBS-Vorstandschef Erwin Bumberger auf der Bilanzpressekonferenz in München. Die Kunden setzten auf eine langfristige Zinssicherung bei der Baufinanzierung.

Die durchschnittliche Bausparsumme lag mit 80.700 Euro auf einem Allzeithoch. Mit einem effektiven Jahreszins von 1,46 Prozent lägen Bauspardarlehen der LBS gegenwärtig gut die Hälfte unter denen von Banken, berichtete Bumberger. Nach dem Ende der Nullzinspolitik der Zentralbanken könnten Bausparkassen wieder Darlehenszinsen unterhalb des Niveaus des Kapitalmarkts anbieten. "Genau das ist der Sinn des Bausparens", sagte Bumberger. Er rechne zwar damit, dass sich der aktuelle Boom im Laufe des Jahres etwas abschwächen werde, insgesamt sei aber mit weiter guten Geschäften zu rechnen. Ein Treiber werde im Zeichen des Klimaschutzes die energetische Sanierung älterer Wohneinheiten sein. Allein in Bayern sind rund 75 Prozent der 6,4 Millionen Wohnungen älter als 30 Jahre.

Nach Angaben Bumbergers soll die angestrebte Fusion der bayerischen LBS mit der in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tätigen LBS Süd-West bereits zum 1. Januar 2023 greifen. Der Fusionsvertrag soll spätestens Anfang August 2023 unterzeichnet werden, womit ein rückwirkendes Inkrafttreten zum Jahresbeginn möglich werde. Die fusionierten LBS wären die größte Landesbausparkasse in Deutschland. Bumberger erhofft sich von dem Zusammenschluss Einsparpotenziale und eine größere Schlagkraft auf dem Markt für Immobilienfinanzierungen. Weitere Einzelheiten der geplanten Fusion nannte er nicht.

 
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