28.09.2020 - 17:22 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Bayern bei Glasfaserausbau auf Platz drei

Nach einer neuen Studie kommt der Breitband- und Mobilfunkausbau in Bayern allmählich voran. Um international nicht abgehängt zu werden, fordert die Wirtschaft aber weitere Anstrengungen.

In Schönau am Königsee gibt es seit einem Jahr einen Hotspot des Bayern-WLAN. Für Bürger ein schöner Service, doch die Wirtschaft braucht mehr.
von Jürgen UmlauftProfil

Die Unternehmen in Bayern sehen Fortschritte beim Ausbau schneller Internetverbindungen. Nach einer Umfrage der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) bewerten aktuell gut 50 Prozent der Firmen den Zustand als positiv. Das ist der beste bislang gemessene Wert. Allerdings sieht eine Mehrheit der Unternehmen mit Blick auf ihren zukünftigen Bedarf die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen. Gleiches gilt für die Netzabdeckung beim Mobilfunk. Noch immer gebe es trotz punktueller Fortschritte viele "weiße Flecken" und Regionen mit schlechten Verbindungen. Zwei Drittel der Unternehmen klagten beim Home- oder Mobil-Office über Probleme mit Mobilfunkverbindungen.

Nach einer für die VBW erstellten Studie der Unternehmensberatung IW Consult hatten Ende 2019 96,2 Prozent der bayerischen Haushalte einen Netzanschluss mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde. In ländlichen Regionen lag dieser Wert bei rund 90 Prozent. Deutlich schlechter sieht es bei Verbindungen mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde aus. Darüber verfügten bayernweit 87,5 Prozent der Haushalte, die meisten davon allerdings in städtischen Regionen. Bei hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen liegt die Quote in Bayern bei 13,5 Prozent. Der Freistaat liegt damit bundesweit an dritter Stelle. VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt formulierte als Ziel die vollständige Glasfaserabdeckung aller Unternehmen bis spätestens 2025. Dies sei für die Konkurrenzfähigkeit Bayerns "essenziell".

Rasche Fortschritte forderte Brossardt bei der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards. Hier hinke Bayern internationalen Wettbewerbern hinterher. Bis 2023 brauche es einen bedarfsgerechten 5G-Ausbau, bis 2025 eine lückenlose Infrastruktur. "Unser Standort muss Leitmarkt für 5G-Anwendungen werden", erklärte Brossardt. Der für die Leistungsinfrastruktur zuständige Finanzminister Albert Füracker (CSU) betonte, nach Abschluss des laufenden Glasfaserförderprogramms werde Bayern Spitzenreiter bei Gigabit-Anschlüssen von Gewerbegebieten sein. Auch Schulen, Behörden und Krankenhäuser würden von dem Programm profitieren. "Unser Ziel ist Gigabit für alle", sagte Füracker.

Mängel bei Geschwindigkeit

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