13.12.2018 - 20:04 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Aiwanger sägt listig an den Stromtrassen

Ob der Strom über Oberviechtach oder aber über Unterschleißheim fließt, ist dem Oberpfälzer nicht gleich. Anders formuliert: Hubert Aiwangers flapsige Bemerkung, er würde kein Geld auf den Tennet-Bau verwetten, macht Trassen-Gegnern Mut.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler) konterkariert die Trassen-Ausbaupläne.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Gaswerke wie das in Irsching irgendwo in Oberbayern kämen Kritikern des Mammut-Projekts von den Windparks in der Nordsee bis zu den Alpen gelegen. Denn Aiwanger hat ja recht: Es sind schon kleinere Großprojekte krachend gescheitert.

Andererseits: Man muss sich der energiepolitischen Autonomie sehr sicher sein, wenn man sich trotz AKW- und Kohleausstiegs der Möglichkeit des Stromimports beraubt. Selbst unter Energiewende-Fans besteht keine Einigkeit, ob man mit den Erneuerbaren dezentral den Industriestandort am Laufen halten kann - da geht der Riss selbst durch die Grünen.

Unter diesen Vorzeichen verfolgen die Tennet-Vertreter politisch und juristisch korrekt das Ziel, bis 2025 verkabelte Tatsachen zu schaffen. Dabei kämpfen sie an zwei Fronten: mit Totalverweigerern in den Bürgerinitiativen und Vertretern von Partikularinteressen. Der Eindruck mag täuschen, aber manche oft wiederholte Forderung, wie die Verlegung der Kabel unter die Autobahn, klingt nach Spiel auf Zeit.

Hier schließt sich der Kreis: Trassengegner Aiwanger hat das Aus der Strom-Autobahn zwar nicht im Koalitionsvertrag durchgesetzt. Aber über den Energiegipfel schießt der Landwirt dem Projekt von hinten durch die Brust ins Auge.

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