Manchmal sagt man etwas, von dem man auch felsenfest überzeugt ist. Frank Höllriegl tat das vor einem Jahr. "Das war die letzte. Ich mach’ das nie wieder." Klare Ansage. Punkt. Ende der legendären Höllriegl-Weihnachtsparty. Und doch steht er nun wieder da. Mit einem unterschriebenen Vertrag und neuen Ideen: Er macht’s noch einmal.
Dass er überhaupt wieder darüber nachdenkt, grenzt fast an ein kleines Wunder. Denn 2024 war für ihn als Veranstalter ein einziger Hindernisparcours. Die neue Mehrzweckhalle war fertig, doch für ihn blieb die Tür verschlossen. Also begann die Suche nach Ersatzorten. Aber kein Hallenbesitzer wollte sich auf das Risiko einlassen. "Mir war das irgendwann zu blöd", sagt er rückblickend. Und es war teuer: Hätte er absagen müssen, wären rund 500 Tickets zu erstatten gewesen. "Da ist dir dann richtig schlecht."
Einen Mietvertrag hielt er zwar schon in Händen, aber unterschrieben wurde er nie. "Die benachbarte Firma hat die Altreifen einfach nicht rausgebracht." Im September war das. Danach folgten Monate, in denen sich die Hoffnungen und die Absagen im Wochentakt abwechselten. Erst Mitte Dezember die überraschende Rettung: Das Tennisheim Altenstadt sagte zu. Und plötzlich war sie doch da: Die 2024er-Party. "Ich bin den Altenstädtern heute noch dankbar", sagt Höllriegl. 700 Menschen tanzten, lachten, stießen an. Tochter Julia und Schwiegersohn Fabian waren fest an seiner Seite. Eine gelungene Nacht und für Höllriegl eigentlich der endgültige Schlussakkord.
Doch offenbar hat die Region ihre eigenen Gesetze. Und eines davon heißt: Eine Weihnachtszeit ohne Höllriegl-Party? Undenkbar. „Ich bin so oft angesprochen worden, teilweise mit wirklich dramatischen Mienen“, erzählt er schmunzelnd. So nach dem Motto: „Wenn du das nicht machst, weiß ich nicht, wie ich Weihnachten überstehen soll.“ Höllriegl nennt das „Suizidgefahr, mehr oder weniger“. Das ist sein trockener Humor. Aber der Kern ist ernst: Die Leute wollen diese Party zurück.
Im August kam dann der entscheidende Schritt: Der Vertrag mit der Stadt Weiden für die Mehrzweckhalle wurde unterschrieben. "Ohne Halle keine Party", sagt er. Und diesmal ist die Halle da. Groß genug. Bekannt genug. Und, ja: irgendwie emotional genug. "Ich habe mir gesagt: Wenn sich das ausgeht, dann mach’ ich’s halt noch einmal." Nun also steigt wieder die Nacht der Nächte. Und die Fans wissen es seit etwa sechs Wochen. Vor drei Wochen folgte die offizielle Bekanntgabe auf Facebook. Seitdem läuft der Vorverkauf im "Kir Royal".
Die Mehrzweckhalle wird heuer leicht umgestaltet. Die Garderobe ist in den Saal integriert. Das spart Wege und schafft Platz. 1600 Gäste könnten hinein, mit rund 1200 rechnet Höllriegl realistisch. Es ist ein Publikum, das treu geblieben ist. Viele ehemalige Tanzschüler aus der Christian-Seltmann-Straße, mittlerweile selbst zwischen 50 und 60. Und ihre Kinder, die inzwischen auch schon über 30 sind. "Es ist irgendwie ein Klassentreffen über mehrere Generationen", schwärmt der Veranstalter.
An den Plattentellern, oder besser: an den digitalen Decks, stehen drei DJs: Mühle, Bortner und Möhrle. Wenigstens zwei von ihnen erfahrene Kräfte im Höllriegl-Kosmos. Gespielt wird, was immer funktioniert: 70er und 80er, mit ordentlich Groove, Funk und Disco. Eröffnen und schließen wird, wie seit Jahrzehnten, Barry White. Welcher Song genau das sein wird? "Keine Ahnung. Die DJs wissen’s."
Neu dieses Jahr: Ein Beamer wirft alte Erinnerungsfotos an die Wand. Tanzstunden, Bälle, Partys, große Frisuren, alberne Outfits. Alles, was man heute nur noch mit einem freundlichen Lächeln betrachtet. Essen gibt’s keines, aber Getränke reichlich: Bier aus der Flasche, Cocktails und Wein. 20 Helfer sorgen dafür, dass alles läuft. Und nächstes Jahr? Da bleibt er vage. "Das steht auf einem anderen Stern. Vielleicht mach’ ich’s wieder. Vielleicht jemand anders." Doch das ist Zukunftsmusik. Heuer zählt nur eines: Weiden tanzt wieder.


















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