Gemeinsam mit verschiedenen Polizeibehörden aus Bayern gelang es den Zentralstellen Cybercrime Bayern und Sachsen ein kriminelles Netzwerk zu zerschlagen, was in den vergangenen Jahren durch Cyberbetrug einen immensen Schaden verursacht haben soll. Allein in Deutschland wird der Schaden auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt, weltweit liegt er im Milliardenbereich. Hunderttausende Menschen wurden zum Opfer. Im Fokus stehen betrügerische Trading-Plattformen und dutzende Callcenter in verschiedenen Ländern. Wie die Polizei mitteilt, haben die Ermittler deshalb mit mehreren Behörden aus dem Ausland zusammengearbeitet. Beispielsweise haben sie allein in Georgien und Nordmazedonien sechs Callcenter sowie 25 Privat- und Geschäftsräume durchsucht. Zeitgleich wurden operative Maßnahmen auch in Albanien, in der Ukraine und in Bulgarien durchgeführt.
Hintergrund ist das kriminelle Netzwerk, dass 2016 unter dem Schlagwort "Milton Group" bekannt wurde. Ermittelt wird wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche. Die Gruppierung soll nach dem Modus Operandi des sogenannten "Cybertradings" operiert haben. Hier beraten angebliche Finanzexperten ihre potentiellen Opfer über vermeintlich lukrative Anlage- und Finanzprodukte, überwiegend im Zusammenhang mit Kryptowährungen, und verleiten dadurch zur Geldanlage. "Tatsächlich werden die Einzahlungen von Anlegern jedoch nie gewinnbringend investiert. Über unterschiedlichste Plattformen wird gegenüber den Opfern die Illusion eines existierenden Accounts aufrechterhalten. Dort werden den Geschädigten Gewinne vorgetäuscht, um weitere Investitionen zu generieren", heißt es. Irgendwann wird der Kontakt abgebrochen und das Geld ist weg.
In den fünf Staaten wurden insgesamt 15 Callcenter sowie 27 weitere Objekte ausfindig gemacht. Fünf Tatverdächtige wurden festgenommen, etwa 50 Vernehmungen durchgeführt. Mehr als 500 Computer, Mobiltelefone, sonstige elektronische Geräte sowie zahlreiche Unterlagen wurden beschlagnahmt.













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